TI-Score: Gematikgeschäftsführerin bringt verpflichtende Einbindung der PVS-Hersteller ins Spiel

Berlin – Der sogenannte TI-Score der Gematik soll einen Überblick geben, wie gut ein Praxisverwaltungssystem die Anwendungen der Telematikinfrastruktur (TI) im Alltag meistert. Der Score basiert derzeit auf freiwilligen Selbstauskünften der Anbieter. Für eine strengere Handhabung plädierte Brenya Adjei, Mitglied der Geschäftsführung der Gematik.
„Vielleicht ist das irgendwann auch mal verbindlich – so in Richtung Politik“, sagte Adjei im Rahmen einer Veranstaltung zur elektronischen Patientenakte (ePA). Mit Blick auf die Weiterentwicklung der ePA verwies sie auf die Komplexität des Systems mit „hunderten Beteiligten“.
Man arbeite aber an weiteren Use-Cases und erhoffe sich zudem vom Video-Ident-Verfahren einen leichteren Zugang für die Versicherten. Laut Adjei nutzen derzeit nur etwa fünf Millionen Versicherte ihre ePA aktiv – von den Krankenkassen angelegt wurden rund 73 Millionen Akten.
Thomas Pauls (CDU), Mitglied in den Bundestagsausschüssen für Digitales und Staatsmodernisierung sowie Gesundheit, warnte, wenn die ePA auf dem aktuellen Stand bliebe, werde man von privaten Anbietern überholt. Noch fehle es an Funktionen mit echtem Mehrwert, und zwar sowohl für Versicherte als auch für die Leistungserbringer.
Hier wünsche er sich mehr Tempo, so Pauls. Aus seiner Sicht gehe aber diesbezüglich vieles im Gesetz für Daten und digitale Innovation im Gesundheitswesen (GeDIG) in die richtige Richtung.
Er stimmte Michael Hubmann, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte (BVKJ), zu, dass perspektivisch der gesamte Weg eines Patienten durch das Gesundheitssystem digital von der ePA begleitet werden müsse.
Hubmann hatte zuvor betont, echte Mehrwerte gebe es nur, wenn man die „digitalen Wertschöpfungsketten“ vervollständige. Beispielhaft verwies er auf Impferinnerungen gekoppelt mit der Möglichkeit, online entsprechende Termine zu vereinbaren.
Deutsches Ärzteblatt bei Google bevorzugen
Wenn Sie Deutsches Ärzteblatt als bevorzugte Quelle festlegen, können Inhalte von uns in Ihren Google-Ergebnissen sichtbarer erscheinen.
Jetzt bei Google bevorzugenDiskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: