Ärzteschaft

Übergewicht wichtiger Risikofaktor für Infektionen nach elektivem Hüftgelenksersatz

  • Dienstag, 16. November 2021
/julika-foto, stock.adobe.com
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Berlin – Hohes Übergewicht ist ein entscheidender Risikofaktor für eine periprothetische Infektion nach Hüftgelenksersatz. Das zeigen Daten des Endoprothesenregisters Deutschland (EPRD), die im neuen Jahresbericht 2021 des Registers publiziert sind.

„Dieser Zusammenhang ist deutlich bei Patienten zu erkennen, die eine elektive Hüfttotalendoprothese mit zementfreiem Schaft erhalten haben: Patienten mit einem Body-Mass-Index unter 30 haben ein Risi­ko von unter einem Prozent, eine Infektion zu erleiden. Bei Patienten mit einem Body-Mass-Index zwi­schen 35 und 40 ist dieses Risiko mehr als doppelt so hoch“, hieß es aus dem Register.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr laut dem Bericht 147.739 Hüfterstimplantationen an das EPRD gemeldet. Bei den Hüftersteingriffen wurden in mehr als 88 Prozent der Fälle Hüfttotalendoprothesen implantiert, Hüftteilendoprothesen nur in rund elf Prozent der Fälle.

Bei den Hüfttotalendoprothesen wurden knapp 78 Prozent unzementiert in den Körper der Patienten ein­gesetzt. Der Anteil der Versorgungen, bei denen sowohl Hüftschaft als auch -pfanne zementiert im­plantiert wurden, lag 2014 noch bei rund acht Prozent, 2020 waren es nur noch gut vier Prozent.

2020 erfasste das EPRD mehr als 290.000 endoprothetische Eingriffe an Hüften und Knien – 2019 waren es noch mehr als 318.000. Dies entspricht einem Rückgang von rund neun Prozent. Grund dafür ist laut dem Register die Coronapandemie.

„Der erwartete Rückgang an elektiven endoprothetischen Eingriffen an Hüfte und Knie beeinflusst nicht die Auswertungen des Endoprothesenregisters für den Berichtszeitraum 2020“, erklärte der EPRD-Ge­schäftsführer Andreas Hey.

Das Register ist ein Gemeinschaftsprojekt von Ärzten, Kliniken, Krankenkassen und Industrie. Es verknüpft Routinedaten systematisch mit neuen Informationen über den Einbau künstlicher Hüft- und Kniegelenke und wertet diese Informationen mit Blick auf die Qualität der Implantate und der medizinischen Be­hand­lung aus.

hil

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