VKA will im Tarifstreit mit dem Marburger Bund kein neues Angebot vorlegen

Berlin – Die Vereinigung kommunaler Arbeitgeberverbände (VKA) will im Tarifstreit mit dem Marburger Bund (MB) für die rund 55.000 Mediziner in den mehr als 500 kommunalen Krankenhäusern kein neues Angebot vorlegen. „Solange über unser Angebot nicht gesprochen wurde, sehen wir keine Veranlassung für ein neues Angebot“, sagte VKA-Hauptgeschäftsführer heute dem Deutschen Ärzteblatt (DÄ).
Vorgestern hatte die Große Tarifkommission des MB die laufenden Tarifverhandlungen für gescheitert erklärt. Gleichzeitig hatte diese das bestehende Angebot der Arbeitgeber als nicht akzeptabel zurückgewiesen. Die Ärztegewerkschaft bereitet sich nun auf den Arbeitskampf vor.
Der VKA betonte heute, man sei überrascht vom Abbruch der Verhandlungen. „Wir sind davon ausgegangen, dass nach Beratung in den Gremien die Tarifverhandlungen fortgesetzt werden. Dazu stehen wir bereit“, sagte Klapproth dem DÄ. Aus Sicht des VKA waren die Gespräche gut, daher habe man „kein Verständnis für die jähe Wendung“. VKA-Verhandlungsführer Dirk Tenzer erklärte, man hätte sich „in zahlreichen Punkten“ bereits annähern können.
Energisch zurückgewiesen hat der VKA die Behauptung des MB, dass man die rechtliche Sicherheit des Ärztetarifvertrages infrage stelle. Für die VKA bestehe Klarheit darüber, dass beide Seiten im Grunde genommen dasselbe Ziel verfolgen. „Nun müssen sich Gewerkschaft und Arbeitgeber darüber einigen, wie der Weg dorthin zu gestalten ist“, sagte Tenzer. Schon im Interesse einer optimalen Patientenbetreuung hätten die Krankenhäuser „keinerlei Interesse daran, den Betriebsfrieden zu gefährden“.
Am vergangenen Mittwoch war die dritte Verhandlungsrunde zwischen MB und VKA ergebnislos zu Ende gegangen. Der MB fordert fünf Prozent mehr Gehalt bei einer einjährigen Vertragslaufzeit sowie eine Entlastung der Mediziner. Die Gewerkschaft will unter anderem eine exakte Erfassung der Arbeitszeit und die Einführung von Höchstgrenzen für Bereitschaftsdienste und vor allem Nachtdienste erreichen.
Die VKA bieten nach eigenen Angaben 5,4 Prozent mehr Gehalt für die Ärzte, das in zwei Stufen jeweils Mitte 2019 und 2020 erhöht werden soll. Zudem solle es Verbesserungen bei der Wochenendarbeit und Entlastung bei Bereitschaftsdiensten geben. Nach Angaben der Gewerkschaft würde das Angebot der Arbeitgeber bei einer Gesamtlaufzeit von zweieinhalb Jahren lediglich 1,4 Prozent Gehaltserhöhung für 2019 und 0,83 Prozent für 2020 bringen.
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