Vorbereitung auf die echte Krise: Bundesweite Übung für Dürre- und Hitzezeiten

Berlin – Von Mittwoch bis Freitag findet in Deutschland eine bundesweite Großübung zum Krisenmanagement zum Szenario „Dürre und Hitzewelle – Notlage durch extreme Hitzewelle nach langjähriger Trockenperiode in Deutschland und Europa“ statt. Ausrichter ist das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Beteiligt sind rund 180 Organisationen.
In dem zugrunde liegenden Szenario hat Deutschland fünf Dürrejahre hinter sich und die erheblichen Auswirkungen auf Menschen, Natur und Wirtschaft zu spüren bekommen. Durch eine extreme Hitzewelle mit Temperaturen von bis zu 45 Grad verschärft sich die Lage – und die übenden Krisenstäbe müssen unter realitätsnahen Bedingungen gemeinsam entscheiden, welche strategischen Maßnahmen sie zum Schutz der Bevölkerung ergreifen. Ein Aspekt ist dabei die Krisenkommunikation.
Die Planungen für die „Lükex 26“ liefen schon 2024 an – deutlich vor den diesjährigen Temperaturen von mehr als 40 Grad, die im Sommer zur gesundheitlichen Belastung für Mensch und Tier wurden sowie Rettungsdienste, Krankenhäuser und Pflegeheime an ihre Belastungsgrenze brachten.
Die Frage, welche Folgen die häufiger, länger und intensiver auftretenden Hitzewellen für Staat, Gesellschaft und wichtige Infrastrukturen haben, steht im Mittelpunkt der anstehenden Übung.
„Unsere Aufgabe als Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ist es, gemeinsam mit Bund, Ländern und weiteren Partnern dafür zu sorgen, dass Deutschland auf solche Krisen vorbereitet ist. Genau dafür gibt es die Lükex“, sagte BBK-Präsidentin Grit Tüngler. „Wer gemeinsam übt, kann im Ernstfall schneller handeln – und die Menschen in unserem Land besser schützen“, beschreibt Tüngler das Ziel der Übung.
Aktiv dabei sind zehn Bundesländer mit über 60 Landesministerien – Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Sachsen-Anhalt – sowie fast 20 Bundesbehörden unter anderem aus den Bereichen Umwelt, Landwirtschaft, Verkehr, Inneres und Gesundheit. Zudem sind Hilfsorganisationen, Unternehmen der kritischen Infrastrukturen wie Energie- und Wasserversorgung und Kooperationsplattformen involviert.
Die Abkürzung Lükex steht für „Länder- und Ressort übergreifende Krisenmanagementübung (Exercise)“ – und diese soll mehr als nur eine einmalige Angelegenheit sein. Durch regelmäßige Treffen und den Austausch der Fachleute des nationalen Krisenmanagements entstehen Netzwerke, hinzu kommen Weiterbildungen im Vorfeld. Gesamtziel ist laut BBK eine „nachhaltige Verbesserung des übergreifenden, gesamtstaatlichen Krisenmanagements“.
Durch die Teilnahme an der „Lükex 26“ bereiten sich die Behörden und Organisationen somit nicht nur auf das Bewältigen einer Dürre oder Hitzewelle vor. Unabhängig vom jeweiligen konkreten Krisenszenario der Übung werden bei der Lükex „verschiedene Fähigkeiten und Kompetenzen im Krisenmanagement trainiert, die in jeder Krisensituation notwendig sind“, wie das Bundesamt für Bevölkerungsschutz betont. Denn beim Bewältigen unterschiedlichster Krisen kämen regelmäßig dieselben Strukturen und Mechanismen zum Einsatz.
Lükex 26 ist die zehnte Übung dieser Reihe. Durchgespielt wurden in früheren Jahren zum Beispiel ein Gas-Engpass (2018), der Umgang mit einer rätselhaften Krankheitswelle (2013) oder ein Cyberangriff auf das Regierungshandeln. Für die Zukunft stellt sich das BBK neben den zunehmenden Extremwetterereignissen auf die Gefahr durch hybride Bedrohungen und Störungen kritischer Infrastrukturen ein.
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