Zentrenbildung bei bestimmten Operationen schreitet fort

Berlin – Einführung und Anhebung von Mindestmengen für bestimmte Operationen haben zu einer Reduzierung der an der Versorgung beteiligten Krankenhausstandorte und zu einer Erhöhung der durchschnittlichen Fallzahlen in den versorgenden Kliniken geführt. Das zeigt eine Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) im Rahmen des Portals „Qualitätsmonitor“.
Die Zentren könnten damit „die notwendige Erfahrung bei diesen hochkomplexen Leistungen sicherstellen und das Risiko für die behandelten Patientinnen und Patienten minimieren“, sagte Helmut Schröder, Geschäftsführer des WIdO. Dies zeige sich insbesondere bei operativen Krebsbehandlungen.
Ein deutlicher Konzentrationseffekt ist aus Sicht des Instituts zum Beispiel bei Brustkrebsoperationen erkennbar. Während 2020 noch knapp 10.700 Frauen mit Brustkrebs (15,2 Prozent aller Fälle) in Kliniken mit weniger als 100 Fällen pro Jahr operiert worden sind, waren es 2024 nur noch 7.200 Frauen (9,6 Prozent aller Fälle).
Die durchschnittliche jährliche Fallzahl je Klinik erhöhte sich von 122 im Jahr 2020 auf 166 im Jahr 2024. Die Zahl der an der Versorgung beteiligten Kliniken sank in diesem Zeitraum um mehr als 20 Prozent von 575 auf 449 Kliniken. Für Brustkrebsoperationen führte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) 2024 eine Mindestmenge von 50 Fällen pro Jahr ein, die 2025 auf 100 Fälle pro Jahr angehoben wurde.
Wenig Bewegung gibt es der WIdO-Auswertung zufolge bei der Steuerung von Krebsfällen in Krankenhäusern, die als Krebszentren zertifiziert sind. Nachdem der Anteil der Brustkrebsoperationen in nicht zertifizierten Krankenhäusern in den Vorjahren noch deutlicher gesunken war, lag er 2024 – wie bereits im Vorjahr – bei elf Prozent. 2024 wurden insgesamt 8.255 Patientinnen mit Brustkrebs in nicht zertifizierten Zentren operiert.
Allerdings bestehen laut der Auswertung regionale Unterschiede: So ging zum Beispiel in Sachsen-Anhalt der Anteil der Operationen in nicht zertifizierten Zentren von 27 Prozent in 2023 auf zwölf Prozent in 2024 zurück.
„Die Verantwortlichen in den Ländern sollten die Zentralisierung von Krebsbehandlungen in zertifizierten Kliniken weiter vorantreiben, denn die Behandlung in diesen Zentren bietet klar belegte Überlebensvorteile für die Patientinnen und Patienten“, betonte Schröder.
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