Ärzteschaft

Zi warnt vor wachsendem Anteil hochpreisiger Arzneimittel

  • Dienstag, 26. März 2024
/James Thew, stock.adobe.com
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Berlin – Der wachsende Anteil hochpreisiger Arzneimittel an den Verordnungskosten stellt „ein neuralgisches Thema bei der Sicherstellung einer bezahlbaren Arzneimittelversorgung“ dar. Darauf weist das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) hin.

„Die Ausgabenentwicklung insgesamt, vor allem aber auch der stetig steigende Anteil hochpreisiger Arznei­mittel an den Verordnungskosten weist in eine verhängnisvolle Richtung“, warnte der Zi-Vorstandsvorsitzende Dominik von Stillfried. Solange einzelne Hersteller gewinnmaximierende Preise für die Behandlung immer kleinerer Patientengruppen durchsetzen könnten, könne die Ausgabendynamik nicht gebremst werden.

Er betonte, schon heute werde für die Arzneimittelversorgung mehr als für ärztliche Behandlung ausgegeben. Um die medizinische Versorgung sicherstellen zu können, brauche man sicher verfügbare Generika.

Allerdings seien diese Nachahmerpräparate besonders häufig von Lieferengpässen betroffen – 73 Prozent der Präparate aus der Lieferengpassliste des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) von Februar 2024 seien Generika beziehungsweise Biosimilars.

Beispielhaft verweist das Zi auf Arzneimittel zur Hemmung der Blutgerinnung und zur Rheumabhandlung. Zahlen aus dem Jahr 2023 zeigen demnach, dass ein vergleichsweise kleiner Teil der als Fertigarzneimittel verordneten Wirkstoffe für einen Großteil der Arzneimittelkosten verantwortlich ist.

Die diesbezügliche Zi-Betrachtung der Kostenverhältnisse zwischen Präparaten mit Patentschutz und Gene­rika verdeutlich: Während die Medikamente mit Patentschutz 47 Prozent der Kosten verursachen – bei nur acht Prozent der Verordnungen – entfallen auf Generika 78 Prozent der Verordnungen, aber nur 30 Prozent der Kosten.

Zudem seien mit den zehn teuersten Wirkstoffen (Kosten: 81,5 Millionen Euro) wurden nur 3.500 Patientinnen und Patienten versorgt worden, mit den zehn preiswertesten (Kosten: 23,6 Millionen Euro) hingegen 2,7 Millionen, so das Zi.

EB/aha

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