Ärztekammer Rheinland-Pfalz regt neue Konzepte für ÖGD an

Mainz – Ideen und Maßnahmen, um wieder mehr ärztlichen Nachwuchs für die Arbeit in den Gesundheitsämtern zu motivieren, hat die Landesärztekammer Rheinland-Pfalz vorgestellt. Der Kammerpräsident Günther Matheis hatte dazu im Vorfeld alle Leiter der rheinland-pfälzischen Gesundheitsämter zu einem gemeinsamen Austausch nach Mainz eingeladen.
Zunächst sei es für die Nachwuchsgewinnung im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) „extrem wichtig“, die Ärzte mit einem arztspezifischen Tarifvertrag den Ärzten in Krankenhäusern und im Medizinischen Dienst der Krankenkassen gleichzustellen, hieß es aus der Kammer. Dies sei zwar hinlänglich bekannt, doch die Arbeitgeber verweigerten dies seit Jahren und auch weiterhin, so die Kritik.
Matheis regte zudem an, im ÖGD eine Verbundweiterbildung zu etablieren, wie sie aus der Allgemeinmedizin bekannt sei. Niedergelassene Praxen, Ärztenetze und Kliniken hätten sich dazu bekanntlich auf regionaler Ebene zusammengeschlossen und böten die Weiterbildung als Komplettpaket an.
„Das gibt Planungssicherheit und erleichtert zudem die persönliche Lebensplanung für die künftigen Fachärzte“, erklärte Matheis. Weiterbildungsverbünde seien daher sicherlich auch interessante Modelle für die fünfjährige Weiterbildung zum Facharzt für Öffentliches Gesundheitswesen.
Weitere Möglichkeiten seien, den Studierenden Famulaturen im ÖGD anzubieten sowie es ihnen zu ermöglichen, einen Abschnitt ihres Praktischen Jahres im ÖGD zu absolvieren.
Großes Verständnis hat Matheis nach eigenen Angaben für die Bitte der Gesundheitsämter, Forschung und Lehre zu stärken und dies idealerweise mit einem Lehrstuhl zu verknüpfen. Er unterstützt damit auch eine Forderung des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), den ÖGD universitär zu verankern.
Der Kammerpräsident betonte, gerade die Corona-Pandemie habe gezeigt, wie wichtig der ÖGD sei. „Pandemien kann man nicht allein politisch bekämpfen, sondern nur gemeinsam mit fachlicher Unterstützung direkt vor Ort“, sagte er.
Diskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: