Ärzteschaft

Ärztekammer Rheinland-Pfalz regt neue Konzepte für ÖGD an

  • Donnerstag, 13. August 2020
/dpa
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Mainz – Ideen und Maßnahmen, um wieder mehr ärztlichen Nachwuchs für die Arbeit in den Gesundheitsämtern zu motivieren, hat die Landesärztekammer Rheinland-Pfalz vor­gestellt. Der Kammerpräsident Günther Matheis hatte dazu im Vorfeld alle Leiter der rheinland-pfälzischen Gesundheitsämter zu einem gemeinsamen Austausch nach Mainz eingeladen.

Zunächst sei es für die Nachwuchsgewinnung im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) „extrem wichtig“, die Ärzte mit einem arztspezifischen Tarifvertrag den Ärzten in Kranken­häusern und im Medizinischen Dienst der Krankenkassen gleichzustellen, hieß es aus der Kammer. Dies sei zwar hinlänglich bekannt, doch die Arbeitgeber verweigerten dies seit Jahren und auch weiterhin, so die Kritik.

Matheis regte zudem an, im ÖGD eine Verbundweiterbildung zu etablieren, wie sie aus der Allgemeinmedizin bekannt sei. Niedergelassene Praxen, Ärztenetze und Kliniken hätten sich dazu bekanntlich auf regionaler Ebene zusammengeschlossen und böten die Weiterbildung als Komplettpaket an.

„Das gibt Planungssicherheit und erleichtert zudem die persönliche Lebensplanung für die künftigen Fachärzte“, erklärte Matheis. Weiterbildungsverbünde seien daher sicherlich auch interessante Modelle für die fünfjährige Weiterbildung zum Facharzt für Öffentli­ches Gesundheitswesen.

Weitere Möglichkeiten seien, den Studierenden Famulaturen im ÖGD anzubieten sowie es ihnen zu ermöglichen, einen Abschnitt ihres Praktischen Jahres im ÖGD zu absolvieren.

Großes Verständnis hat Matheis nach eigenen Angaben für die Bitte der Gesundheitsäm­ter, Forschung und Lehre zu stärken und dies idealerweise mit einem Lehrstuhl zu ver­knüpfen. Er unterstützt damit auch eine Forderung des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD), den ÖGD universitär zu veran­kern.

Der Kammerpräsident betonte, gerade die Corona-Pandemie habe gezeigt, wie wichtig der ÖGD sei. „Pandemien kann man nicht allein politisch bekämpfen, sondern nur gemein­sam mit fachlicher Unterstützung direkt vor Ort“, sagte er.

hil

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