Im öffentlichen Gesundheitsdienst fehlen 10.000 Fachkräfte

Berlin – Mehr fachlich qualifiziertes Personal in den Gesundheitsämtern ist laut dem Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) der Schlüssel für einen dauerhaft leistungsfähigen Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD).
Nach der Einschätzung der BVÖGD-Vorsitzenden Ute Teichert sind dafür bundesweit mehr als 10.000 neue Stellen für Fachkräfte erforderlich. Weitere Forderungen für die Stärkung des ÖGD hat der Verband jetzt in einem Zehn-Punkte-Papier zusammengefasst.
Entscheidend ist danach „endlich eine adäquate, den Krankenhaustarifen gleichgestellte, Bezahlung der Ärztinnen und Ärzte in den Gesundheitsämtern“, hieß es aus dem Verband. Wichtig sei auch die wissenschaftliche Anbindung des ÖGD in Lehre und Forschung sowie die universitäre Verankerung.
Dazu sollten laut dem Verband Lehrstühle für Öffentliche Gesundheit, eingerichtet werden, die es bislang in Deutschland nicht gebe. „Dies sind entscheidende Instrumente, um potenzielle Nachwuchskräfte schon während des Medizinstudiums mit bevölkerungsmedizinischen Fragestellungen vertraut zu machen und für eine spätere Arbeit im öffentlichen Gesundheitsdienst zu interessieren“, erklärte der BVÖGD.
Die Gesundheitsämter benötigten im Zuge der Digitalisierung bundesweit zudem eine ausreichende technische Ausstattung. Die in den Gesundheitsämtern beschäftigten Mitarbeiter und das neue einzustellende Personal müssten entsprechend aus- und fortgebildet werden, auch hierfür seien Kapazitäten einzuplanen.
Im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie haben die Bundesregierung und die Ministerpräsidentenkonferenz der Bundesländer bereits entschieden, den ÖGD strukturell zu stärken.
Schwerpunkt sollen die personelle Verstärkung und die bessere technische Ausstattung der Gesundheitsämter sein, für die der Bund in den kommenden Jahren finanzielle Mittel von insgesamt vier Milliarden Euro bereitstellen will.
„Die Pläne von Bund und Länder für einen gemeinsamen Pakt für den ÖGD und die Bereitstellung entsprechender Finanzmittel sind ein erster wichtiger Schritt um die jahrelangen Versäumnisse und Einsparungen in diesem Bereich aufzufangen“, sagte Teichert.
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