Ärzteschaft

Ärztlicher Pandemierat soll kommende Woche erstmals tagen

  • Freitag, 6. November 2020
/Avanne Troar, stock.adobe.com
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Berlin – Die Bundesärztekammer (BÄK) will gemeinsam mit weiteren Verbänden einen ärztlichen Pandemierat ins Leben rufen. Dem Vernehmen nach soll der Rat bereits am kommenden Dienstag erstmals tagen.

„Da haben wir alle Fachgesellschaften dabei, von den Pneumologen und Palliativmedizi­nern bis zu den Anästhesisten, Intensivmedizinern und Hausärzten“, sagte BÄK-Präsident Klaus Rein­hardt dem Bielefelder Westfalen-Blatt.

Der Pandemierat solle dem fachlichen Austausch dienen und aus den jeweiligen Erfah­run­gen Ergebnisse ableiten, die im Umgang mit der Coronapandemie hilfreich sein könn­en, sagte Reinhardt.

Katrin Göring-Eckardt, Fraktionsvorsitzende der Grünen, begrüßte die Ankündigung und sprach sich zugleich für eine größere Beteiligung aus. Die volle Wirkung entfalte ein Pan­demierat aber erst, wenn er mit Experten aus vielen verschiedenen Disziplinen besetzt werde.

Die Auswirkungen der Pandemiebekämpfung bleiben nicht nur auf die Medizin be­schränkt, alle Bereiche des wirtschaftlichen, sozialen, öffentlichen Lebens sind betroffen“, so Göring-Eckardt​.

Gefragt sei ein interdisziplinärer Austausch und Beratung in einem unabhängigen Pande­mierat, der medizinische aber auch sozialwissenschaftliche, juristische, gesundheits­wiss­enschaftliche und ökonomische Perspektiven berücksichtige.

„Es ist gut, dass die Ärzteschaft vorangeht, aber der ärztliche Blick allein reicht nicht mehr aus. Ich fordere von der Bundesregierung, selbst einen interdisziplinären Pande­mierat zur Beratung von Regierung und Parlament einzurichten“, so der Appell.

may/EB

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