Bundesärztekammer kritisiert Bürokratie in Kliniken und Praxen

Berlin – Die Bundesärztekammer (BÄK) kritisiert ausufernde Bürokratie durch die gesetzlichen Vorgaben zu Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement. Der bürokratische Aufwand stehe in keinem Verhältnis mehr zum potenziellen Nutzen für die Patienten, heißt es in einem heute in Berlin veröffentlichten Memorandum.
Die immensen Dokumentationsanforderungen hätten sich zu einem Selbstzweck entwickelt. Der Focus liege nicht mehr auf dem eigentlichen Ziel der Qualitätsverbesserung, sondern vor allem auf der externen Kontrolle.
Das ohnehin knappe Personal in Arztpraxen und Krankenhäusern werde mit ausufernden bürokratisch-formalistischen Anforderungen gebunden – Zeit und Ressourcen, die in der direkten Versorgung fehlten, heißt es weiter.
Qualitätsmanagement richtig gedacht und gut gemacht unterstütze Ärzte in der Patientenversorgung, anstatt sie mit aufwändigen Dokumentationstätigkeiten zu überfrachten, deren Nutzen sowohl für Patienten als auch für die Ärzteschaft kaum mehr nachvollziehbar sei, sagten die beiden Vorsitzenden der BÄK-Qualitätssicherungsgremien, Susanne Johna und Günther Jonitz.
Die BÄK fordert eine Rückbesinnung auf den eigentlichen Kern von Qualitätssicherung und Qualitätsmanagement – der Verbesserung der Patientenversorgung. Notwendig sei eine Verschlankung der gesetzlich formulierten Anforderungen. Diese müssten sich daran messen lassen können, inwiefern ein tatsächlicher Mehrwert für die Qualität der Patientenversorgung geschaffen werde.
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