Ärzteschaft

Drängen auf Wiederbele­bungsunterricht in Schulen

  • Donnerstag, 4. Januar 2024
/picture alliance, Matthias Balk
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Hannover – Für alle niedersächsischen Schüler sollte es ab der siebten Klasse Erste-Hilfe-Kurse in der Schule geben. Dies fordern unter anderem die Ärztekammer und die Johanniter-Unfall-Hilfe. „Je mehr junge Men­schen wir an Wiederbelebungstechniken heranführen, desto mehr Menschenleben können gerettet werden“, sagte der Kinderarzt Thomas Buck aus Hannover.

„Und das funktioniert nur, wenn Wiederbelebung im Lehrplan steht.“ Buck gehört zum Vorstand der Ärzte­kammer Niedersachsen. In Deutschland sterben jährlich rund 70.000 Menschen an einem plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand.

Die Techniken, die im Notfall Leben retten können, sind den Medizinern zufolge innerhalb weniger Schul­stunden erlernbar. Zu ihnen zählen die Herzdruckmassage, die Atemspende sowie der Gebrauch von Defi­brillatoren.

Aus Sicht der Ärztekammer reichen die bisherigen Initiativen und Modellprojekte nicht aus, um flächende­cken­de und verlässliche Erste-Hilfe-Kompetenz bei Schülerinnen und Schülern zu etablieren.

„Indem wir gerade jungen Menschen mit gezielten Bildungsangeboten grundlegendes medizinisches Wissen vermitteln, können wir unser Gesundheitssystem nachhaltig und langfristig unterstützen“, betonte die stell­ver­tretende Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen, Marion Charlotte Renneberg.

Die Delegierten der Kammerversammlung der Ärztekammer Niedersachsen verabschiedeten kürzlich einen entsprechenden Antrag einstimmig. Auch der Hausärzteverband Niedersachsen sowie der Marburger Bund Niedersachsen setzen sich dafür ein, Wiederbelebungsunterricht an niedersächsischen Schulen einzuführen.

Die Johanniter-Unfall-Hilfe plädiert ebenfalls für verpflichtende Kurse ab der siebten Klasse. Die Johanniter hoffen, dadurch die Überlebensrate von Menschen, die einen Herz-Kreislauf-Stillstand erleiden, signifikant zu erhöhen.

Andere Bundesländer wie Schleswig-Holstein, Bayern oder Thüringen hätten eine entsprechende Empfehlung der Kultusministerkonferenz aus dem Jahr 2014 bereits umgesetzt, hieß es im September.

Das niedersächsische Kultusministerium teilte auf Anfrage mit: „Aktuell ist eine verpflichtende Erste-Hilfe-Ausbildung aller Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen nicht vorgesehen.“ Es habe bereits Gespräche mit Hilfsorganisationen gegeben, „um auszuloten, wie man das Thema im Schulalltag noch fester verankern kann“.

dpa

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