Innovationsfondsprojekt zu geriatrischen Risikopatienten bewährt sich

Berlin – Ältere und gebrechliche Menschen profitieren von einem strukturierten Risikoscreening und daraus abgeleiteten Interventionen, wenn sie im Krankenhaus behandelt werden müssen.
Zu diesem Ergebnis kommt das vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) geförderte Projekt „Redurisk“, das am Universitätsklinikum Freiburg durchgeführt wurde. Die Ergebnisse werden an die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) sowie verschiedene medizinische Fachgesellschaften weitergereicht.
Ausgangspunkt des Projekts war die Beobachtung, dass Krankenhausaufenthalte bei geriatrischen Patienten häufig mit funktionellem Abbau, Immobilität, Delir, Rehospitalisierungen und weiteren pflegerelevanten Risiken verbunden sind.
Das Redurisk-Programm sollte diesen Risiken durch ein strukturiertes Risikoscreening und individuell kombinierbare Interventionsmodule begegnen. Je nach Bedarf umfassten diese Gesundheitsinformationen, Delirprävention, Mobilitätstraining, Versorgungsplanung sowie das Management von Polypharmazie. Ergänzt wurde das Programm durch Nachsorgekontakte nach der Entlassung.
Die entsprechende Studie schloss 589 Menschen ab 70 Jahren mit erhöhtem Risiko für funktionellen Abbau, Immobilität, Delir oder Rehospitalisierung ein. 370 Teilnehmende wurden der Interventionsgruppe und 219 der Kontrollgruppe zugeteilt. Insgesamt erhielten 337 Personen der Interventionsgruppe 4.323 Interventionseinheiten. Am häufigsten kamen Module zur Delirprävention und zum Mobilitätstraining zum Einsatz.
Die Auswertung zeigte signifikante Vorteile der Intervention gegenüber der Routineversorgung. Nach Kontrolle von Unterschieden zwischen den Gruppen verbesserten sich die Aktivitäten des täglichen Lebens bei der Entlassung und sechs Monate später.
Zudem zeigte sich nach sechs Monaten eine signifikante Verbesserung der Mobilität. Darüber hinaus verbesserten sich die kognitive Leistungsfähigkeit bei der Entlassung sowie die körperliche Lebensqualität nach sechs Monaten.
Für die Endpunkte Stürze, Delir und Rehospitalisierungen gab es in der Studie keine signifikanten Unterschiede zwischen Interventions- und Kontrollgruppe. Auch die Kosten der Gesundheitsversorgung unterschieden sich nicht signifikant. Beide Gruppen verzeichneten allerdings eine Abnahme potenziell inadäquater Medikation, wobei diese über sechs Monate in der Interventionsgruppe stärker ausfiel.
Nach Einschätzung der Projektgruppe erwies sich das Redurisk-Programm als praktikabel und ließ sich in den Klinikalltag gut integrieren.
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