Jahresrückblick: Zwölf medizinische Highlights des Jahres 2025

Berlin – In der Medizin lagen Fortschritt und Unsicherheit selten so nah beieinander wie im Jahr 2025. Auf der einen Seite eröffneten neue Behandlungen, bahnbrechende Entdeckungen und innovative Gentherapien vielversprechende Perspektiven. Auf der anderen Seite zeigte das Beispiel USA, wie schnell die Wissenschaft unter Druck geraten kann. Und neue Gesundheitsrisiken machten bewusst, wie sich die Klimakrise schon heute medizinisch auswirkt. Der Jahresrückblick versammelt eine Auswahl der Entwicklungen, die 2025 für Aufsehen sorgten – von hoffnungsvollen Durchbrüchen bis zu mahnenden Warnsignalen.

Kleine Zellpopulation, große Wirkung: Nobelpreis für Tregs
Regulatorische T-Zellen, kurz Tregs, rückten 2025 ins Rampenlicht der Immunforschung: Shimon Sakaguchi (Japan), Mary Brunkow und Fred Ramsdell (beide USA) erhielten den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für ihre Entdeckung und Charakterisierung dieser Zellen.
Tregs machen nur etwa 5 % aller T-Lymphozyten aus, können aber überschießende Immunreaktionen bremsen und Autoimmunerkrankungen verhindern. Gleichzeitig werden sie von Krebszellen genutzt, um sich der Abwehr zu entziehen.
Die Forschungsgeschichte der Tregs ist von Auf und Ab geprägt. Schon in den 1970er-Jahren wurden sie als „Suppressorzellen“ beschrieben, gerieten dann jedoch in Vergessenheit. Sakaguchi konnte die Zellen 1995 anhand des Oberflächenmarkers CD25 identifizieren.
Kurz darauf entdeckten Brunkow und Ramsdell das Protein Foxp3 – einen Transkriptionsfaktor, der die Funktion der Tregs steuert. Fehlt Foxp3, kommt es zu schweren Autoimmunerkrankungen wie dem IPEX-Syndrom.
Heute werden Tregs gezielt in der klinischen Forschung genutzt. In der Stammzelltransplantation können sie Abstoßungsreaktionen unterdrücken, ohne die Anti-Leukämie-Wirkung zu beeinträchtigen. In der Krebstherapie wird versucht, die Zellen so zu manipulieren, dass sie die Tumorabwehr nicht behindern.
In Deutschland leiten Arbeitsgruppen die Translation in klinische Studien, entwickeln Methoden zur Isolierung und Vermehrung humaner Tregs und prüfen deren Wirksamkeit bei Transplantationen.

Tropenkrankheiten in Europa: Chikungunya als Warnsignal
2025 wurde das von Aedes-Mücken übertragene Virus zu einem Schwerpunkt der europäischen Gesundheitsüberwachung. Mehrere Länder – allen voran Frankreich und Italien – verzeichneten so viele lokal erworbene Fälle wie nie, erstmals wurde sogar im Elsass ein autochthoner Fall bestätigt.
Zugleich stieg in Deutschland die Zahl importierter Infektionen deutlich an: Bis Anfang Dezember wurden dem Robert-Koch-Institut (RKI) 171 importierte Chikungunya-Fälle gemeldet.
Chikungunya steht damit stellvertretend für eine epidemiologische Entwicklung, die Fachleute seit Jahren warnend begleiten: Durch Klimaerwärmung, veränderte Niederschlagsmuster, längere Mückensaisons und die anhaltende Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke rücken tropische Infektionskrankheiten wie Chikungunya, Dengue oder West-Nil zunehmend nach Europa vor – und werden zu einem realen, künftig wachsenden Risiko auch für Deutschland.
Im Juli empfahl die Ständige Impfkommission (STIKO) erstmals eine Impfung gegen Chikungunya als Reiseimpfung für bestimmte Personengruppen, der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beschloss im September die Umsetzung der Empfehlung.

Holpriger Start von Alzheimer-Antikörpern in Deutschland
Nach einigem Hin und Her sind dieses Jahr erstmalig zwei Medikamente auf den deutschen Markt gekommen, die in einen vermuteten Pathomechanismus der Alzheimer-Demenz eingreifen. Die Antikörper Lecanemab und Donanemab richten sich gegen Beta-Amyloid, das sich als Plaques in den Gehirnen von an Alzheimer Erkrankten findet. Die Mittel sollen die Krankheitsprogression um etwa ein Drittel hinauszögern und damit Behinderung und Hilfsbedürftigkeit vermindern.
Der Neurologe Jörg B. Schulz von der Uniklinik Aachen gab sich im Gespräch mit dem Deutschen Ärzteblatt überzeugt von den Mitteln. Er geht davon aus, dass sich das therapeutische Spektrum weiter vergrößern wird. Und auch der Psychiater Lutz Frölich findet das Interesse an den neuen Mitteln gerechtfertigt, sagte er dem Deutschen Ärzteblatt.
Anders sieht das offenbar das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit (IQWiG). Zumindest beschied es Anfang Dezember Lecanemab keinen Zusatznutzen im Vergleich zum bisherigen Therapiestandard. Das könnte entscheidend für die Bewertung des G-BA und die anschließenden Preisverhandlungen zwischen Hersteller und GKV-Spitzenverband sein. Die G-BA-Entscheidung wird Anfang 2026 erwartet. Ob das IQWiG in dem anderen Antikörper Donanemab gleichfalls keinen Zusatznutzen sieht, wird sich ebenso Anfang des neuen Jahres herausstellen.
Während die Mittel in Europa und Deutschland also schleppend Zugang zu den Patientinnen und Patienten finden, ist Lecanemab in den USA bereits in subkutaner Dosierung für die Erhaltungstherapie zugelassen.
In der Pipeline verschiedener Hersteller stehen zudem noch weitere Amyloid-Antikörper und Medikamente, die in andere Pathomechanismen eingreifen. Doch Rückschläge bleiben nicht aus: So haben die vermeintlichen Alleskönner GLP-1-Agonisten in einer im November veröffentlichten randomisiert kontrollierten Studie enttäuscht.

Erfolge bei Transplantation tierischer Organe
Spenderorgane sind nach wie vor Mangelware. Forschende rund um den Globus versuchen deshalb seit Jahrzehnten, Tiere als Organspender zu etablieren. Noch hatte die Technologie nicht ihren Durchbruch, doch 2025 gab es bedeutende Fortschritte.
So bekamen in den USA 2 Dialysepatienten Nieren von gentechnisch veränderten Schweinen eingesetzt. Bei einem von ihnen funktionierte das Xenotransplantat fast neun Monate lang, bevor es entfernt werden musste. Tim Andrews lebte anschließend dank Dialyse weiter.
Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA genehmigte dem Hersteller, die Technik an bis zu 30 weiteren Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz zu testen. Fast genauso lang wie bei Andrews filterte eine Schweineniere das Blut einer Patientin aus China, bevor auch diese entfernt werden musste.
Im Oktober berichteten chinesisches Chiruginnen und Chirurgen von der Transplantation einer Schweineleber in einen Menschen. Der 71-jährige Patient, der unter Hepatitis-B-bedingter Leberzirrhose und einem hepatozellulären Karzinom im rechten Leberlappen litt, bekam nach Entfernung des Tumors das 514 Gramm schwere Organ zur Unterstützung.
Es stammte von einem Minischwein mit zehn Genveränderungen. Im ersten Monat nach der OP funktionierte das Transplantat effektiv. Am 38. Tag wurde es jedoch aufgrund einer schweren Komplikation entfernt. Der Patient verstarb 171 Tage nach der Transplantation.

Gentherapie gegen Huntington
Hoffnung für Menschen mit Morbus Huntington weckten in diesem Jahr Meldungen zur ersten erfolgreichen Gentherapie. Bei Personen mit der Erkrankung kommt es zur Produktion eines defekten Huntingtin-Proteins, das für die Hirnzellen toxisch ist.
Das neue Mittel AMT-130 enthält den Bauplan für eine künstliche Mikro-RNA, die im Zellkern an die Messenger-RNA des Huntingtin-Gens bindet und dessen Umsetzung in ein Protein verhindert. Im Vergleich zu einer Kohorte mit gesunden Kontrollen aus einer anderen Studie hatte AMT-130 einen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf.
Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde (FDA) wollte dem Mittel zunächst ein beschleunigtes Zulassungsverfahren gewähren. Kürzlich gab der Hersteller uniQure allerdings bekannt, dass die Daten mit der externen Kontrollgruppe nicht ausreichend für die FDA seien.

Gesundheitspolitik in den USA: Wissenschaft unter Druck
Die Gesundheitspolitik der USA geriet 2025 in eine Phase erheblicher Spannungen. Im ersten Jahr seiner zweiten Amtszeit leitete US-Präsident Donald Trump gemeinsam mit Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. einen Kurswechsel in der Impfpolitik ein. Zweifel an Impfungen und altbekannte Behauptungen über angebliche Impffolgen – etwa zum vermeintlichen Zusammenhang mit Autismus – erhielten damit politische Rückendeckung.
Trump habe begonnen, das Drehbuch für die Interaktion der US-Regierung mit der Forschungsgemeinschaft innerhalb weniger Minuten nach seinem Amtsantritt am 20. Januar neu zu schreiben, schreibt das Fachblatt Science in seinem Jahresrückblick: „Seitdem hat er scheinbar jede Woche eine Seite hinzugefügt und damit jahrzehntealte Normen zunichte gemacht, die dazu beigetragen haben, die Vereinigten Staaten zu einer wissenschaftlichen Supermacht zu machen.“
Wie Science bilanziert, schwächte die neue Administration zugleich den Einfluss wissenschaftlicher Institutionen wie der US-Seuchenbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) und der National Institutes of Health (NIH), dem wichtigsten staatlichen Förderer biomedizinischer Forschung.
Einen Gegenpol zu dieser Entwicklung setzte Nature mit der Wahl der Immunologin Susan Monarez zu einer der Personen, die die Wissenschaft 2025 prägten. Die Auszeichnung würdigt ihren Einsatz für evidenzbasierte Gesundheitsforschung, Transparenz und institutionelle Resilienz in politisch aufgeladenen Zeiten.
Monarez war im August als CDC-Chefin entlassen worden – nach nicht einmal einem Monat im Amt. Die Mikrobiologin und Immunologin stimme „nicht mit der Agenda des Präsidenten Donald Trump überein“, teilte das Weiße Haus damals mit. Zuvor hatte sie sich mit Kennedy überworfen. Bei einer späteren Anhörung im US-Kongress sagte Monarez: „Ich wurde entlassen, weil ich mich für wissenschaftliche Integrität eingesetzt habe.“

Neues Antibiotikum gegen unkomplizierte Gonorrhö
Kurz vor Jahresende machte eine neue Therapieoption Hoffnung im Kampf gegen eine global weit verbreitete Geschlechtskrankheit: Das neue oral verfügbare Antibiotikum Zoliflodacin könnte künftig bei der Behandlung der unkomplizierten Gonorrhö – vor allem angesichts zunehmender Resistenzen gegenüber den bislang eingesetzten Substanzen – eine wichtige Rolle spielen.
In einer Studie, über die das Deutsche Ärzteblatt berichtet hat, erwies sich das Spiropyrimidintrion-Antibiotikum als vergleichbar effektiv wie die Kombination aus Ceftriaxon und Azithromycin.
Die Gonorrhö bleibt eine globale Herausforderung: In den vergangenen Jahren hat die Zahl der durch Neisseria gonorrhoeae ausgelösten sexuell übertragbaren Infektion stetig zugenommen. 2020 soll es Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge weltweit etwa 84 Millionen Neuinfektionen unter den 15- bis 49-Jährigen gegeben haben. Um Komplikationen wie Infertilität zu verhindern, sind wirksame Therapien wichtig.
In der Studie, die eine sehr heterogene Population aus Belgien, den Niederlanden, Südafrika, Thailand und den USA einschloss, erwies sich Zoliflodacin nun der Kombination bei der Behandlung der unkomplizierten urogenitalen Gonorrhö als nicht unterlegen. Ähnliche Ergebnisse ergaben sich für die mikrobiologische Heilungsrate an pharyngealen und rektalen Infektionsstellen. Die Sicherheitsprofile beider Therapiestrategien unterschieden sich kaum.

Personalisierte Baseneditoren für seltene Erkrankung
Im Frühjahr 2025 erhielt ein Säugling in den USA erstmals eine maßgeschneiderte Geneditierungstherapie, die individuell auf seine genetische Mutation zugeschnitten wurde. KJ Muldoon leidet an einem seltenen Carbamoylphosphat-Synthetase-1-(CPS1)-Mangel, der unbehandelt rasch zu einer Hyperammonämie führt und häufig tödlich verläuft. Die geschätzte Inzidenz liegt bei 1:800.000 bis 1:1.300.000 Lebendgeburten.
Nachdem der Säugling seine ersten Lebensmonate unter strenger Diät im Krankenhaus verbracht hatte, erhielt er im Februar im Alter von 6 bis 7 Monaten eine mittels Lipidnanopartikeln verabreichte Baseneditierungstherapie. Diese baut auf der CRISPR-Cas9-Technologie auf.
Nach Angaben der behandelnden Ärztinnen und Ärzte verlief die Behandlung sicher – KJ wachse gut und entwickle sich altersgerecht, heißt es in einer Studie, über die das Deutsche Ärzteblatt berichtet hat. Das Team aus Philadelphia plane bei der US-Arzneimittelbehörde FDA die Genehmigung für eine klinische Studie zu beantragen, um solche Gentherapien bei weiteren Kindern mit seltenen Stoffwechselerkrankungen zu testen, heißt es in Nature. Und auch ein anderes Team hoffe, 2026 eine ähnliche Studie für genetische Erkrankungen des Immunsystems beginnen zu können.
Trotz der technischen Fortschritte konzentrieren sich die Bemühungen der Arzneimittelentwicklung bisher vorwiegend auf häufige genetische Varianten, wie etwa Sichelzellanämie oder β-Thalassämie.
Man hoffe, dass KJ der erste von vielen Patientinnen und Patienten sein werde, die von einer skalierbaren Methodik profitieren werden, erklärte Seniorautorin Rebecca Ahrens-Nicklas vom Children’s Hospital of Philadelphia. Möglich wurde die schnelle Umsetzung durch ein von der FDA angepasstes, stark verkürztes Zulassungsverfahren, das eine Prüfung innerhalb weniger Tage erlaubt.

Semaglutid und Tirzepatid wirken vergleichbar kardioprotektiv
Auch das Jahr 2025 stand ganz im Zeichen der viel diskutierten GLP-1-Analoga. Während in den Jahren zuvor allerdings vor allem das Potenzial als „Abnehmspritzen“ thematisiert wurde, rückten nun Effekte mit Blick auf Folgekrankheiten in den Fokus, so etwa die kardioprotektive Wirkung von Semaglutid und Tirzepatid.
Tatsächlich können beide Substanzen bei Menschen mit Typ-2-Diabetes das kardiovaskuläre Risiko im vergleichbaren Ausmaß senken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse, die auf Versicherungsdaten basierte. Das Deutsche Ärzteblatt hat die Studie vorgestellt.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weltweit nach wie vor die Todesursache Nummer 1. Wichtige modifizierbare kardiovaskuläre Risikofaktoren sind Typ-2-Diabetes und Adipositas. Sowohl der GLP1-Rezeptoragonist Semaglutid als auch das „Twincretin“ Tirzepatid, das zusätzlich GIP-Rezeptoren aktiviert, können Blutzucker und Gewicht effektiv senken.
Die Auswertung zeigte nun, dass Semaglutid das Risiko für das Auftreten eines Herzinfarkts oder eines Schlaganfalls bei zumeist adipösen Menschen mit Typ-2-Diabetes verglichen mit einer Sitagliptintherapie im ersten Jahr nach Therapiebeginn um 18 % senken konnte. Tirzepatid reduzierte das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall oder Tod jedweder Ursache versus Dulaglutid um 13 %.
Der Vergleich zwischen Semaglutid und Tirzepatid ergab keinen Unterschied hinsichtlich des Auftretens von kardivovaskulären Ereignissen wie Herzinfarkt und Schlaganfall oder Gesamtmortalität.

Neuer Blutdrucksenker Lorundrostat kann bei schwer therapierbarer Hypertonie helfen
Der Aldosteron-Synthase-Inhibitor Lorundrostat brachte 2025 Bewegung in die Behandlung der unkontrollierten oder therapieresistenten Hypertonie: In einer Phase-3-Studie, deren Ergebnisse im Mai veröffentlicht wurden, senkte das Mittel den Blutdruck bei Personen, die bereits 2–5 antihypertensive Substanzen einnahmen. Das Deutsche Ärzteblatt hatte berichtet.
Unter einer Dosierung von 50 mg Lorundrostat täglich gingen sowohl der systolische als auch der diastolische Blutdruck im Vergleich zu Placebo signifikant zurück. Dabei traten Hyperkaliämien selten auf.
Weltweit weist etwa jede dritte erwachsene Person eine Hypertonie auf – ein wesentlicher kardiovaskulärer Risikofaktor. Obwohl verschiedene antihypertensive Medikamente zur Verfügung stehen, erreichen mehr als 40 % der Betroffenen keine ausreichende Blutdruckkontrolle. Dadurch steigt das Risiko für Endorganschäden oder Tod. Neue effektive blutdrucksenkende Mittel wie Lorundrostat sind daher von großer Bedeutung.

Erstes Medikament gegen Bronchiektasen zugelassen
Bislang konnte man die irreversible Aussackung der Lungenbläschen nur off-label mit Makroliden behandeln. Seit diesem Jahr gibt es nun das erste zugelassene Mittel gegen Bronchiektasen. Brensocatib hemmt ein Enzym, das von neutrophilen Granulozyten freigesetzt wird und die Bronchialwände schädigt.
Besonders profitieren laut Jessica Rademacher von der Medizinischen Hochschule Hannover und Pneumologie Süderelbe daher Personen mit einer neutrophilen Inflammation, mit häufigen Exazerbationen und solche, die mit einer Basistherapie nicht zu stabilisieren sind.
„Vermutlich ist Brensocatib nicht der absolute Gamechanger, aber wir hoffen, dass es für eine bestimmte Art von Patientinnen und Patienten eine gute Wirkung hat und zu einer Stabilisierung der Erkrankung führt", sagte sie dem Deutschen Ärzteblatt im Oktober.

Sport verlängert Überleben bei Darmkrebs
Dass ausreichend Bewegung wichtig für die Gesundheit ist, überrascht niemanden. Dass Sport aber sogar überlebenswichtig sein könnte, hat die Challenge-Studie in diesem Jahr bewiesen. In der Phase-3-Studie, deren Ergebnisse im Juni publiziert wurden, zeigte sich, dass ein Sportprogramm das Überleben von Menschen mit Darmkrebs verbessern kann.
Die groß angelegte internationale Studie an 51 Zentren lief über 17 Jahre. Knapp 900 Personen mit Darmkrebs im Stadium II oder III wurden in diesem Zeitraum entweder auf ein dreijähriges Sportprogramm oder eine Gesundheitsaufklärung randomisiert.
Die Teilnehmenden erhielten zunächst eine Tumorresektion und Chemotherapie. Sechs Monate nach Ende der letzten Chemotherapie begann das Sportprogramm.
Trotz abnehmender Teilnahme am Programm über die 3 Jahre zeigte die Bewegung Wirkung: Im Vergleich zur Gruppe ohne Sportprogramm hatten die trainierten Personen ein um 28 % verringertes Risiko für ein Rezidiv, eine neue Krebserkrankung oder Tod.
Die Gesamtüberlebensrate in einer Beobachtungszeit von 8 Jahren betrug 90,3 % in der Sportgruppe und 83,2 % in der Kontrollgruppe. Die Forschenden wollen nun archivierte Blutproben der Patientinnen und Patienten untersuchen, um den Wirkmechanismus zu verstehen.
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