Kinder- und Jugendärzte sehen sich finanziell abgehängt

Köln – Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) hat die Ungleichbehandlung von ambulantem und stationärem Sektor durch die Bundesregierung kritisiert. Während Krankenhäuser mit hohen Summen unterstützt würden, gingen die Praxen leer aus, so der Verband.
Er sieht dadurch die die medizinische Versorgung als Ganzes untergraben und befürchtet auf Dauer vor allem Lücken in der Versorgung von Kindern und Jugendlichen. Hintergrund ist das geplante Krankenhauszukunftsgesetz, das strukturelle Mängel in Kliniken mit einer Finanzspritze von rund vier Milliarden Euro beheben soll.
„Dies halten wir für absolut notwendig“, unterstrich BVKJ-Präsident Thomas Fischbach. Allerdings hätten niedergelassene Kinder- und Jugendärzte mit ähnlichen Problemen zu kämpfen wie die Krankenhäuser. „Insbesondere die Digitalisierung stellt uns vor eine Herkulesaufgabe“, so Fischbach.
Zudem habe die Coronakrise die große Bedeutung des ambulanten Sektors für das Medizinsystem verdeutlicht: „Wir sind der Schutzwall, der die Krankenhäuser davor bewahrt, dem Ansturm der Kranken nicht mehr gerecht zu werden“, so der Verbandschef.
Angesicht der coronabedingten Erlöseinbußen sowie der sich in den Honorarverhandlungen abzeichnende Nullrunde, sähen sich aktuell viele Praxen dieser Aufgabe mittelfristig jedoch nicht mehr gewachsen.
„Wir fordern daher die Politik auf, unsere Praxen analog zu den Kliniken zu unterstützen und dafür zu sorgen, dass das bewährte duale Gesundheitssystem aus ambulanter und stationärer Versorgung erhalten und ausgebaut werden kann“, so Fischbach.
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