Politik

Krankenhäuser und Praxen rufen gemeinsam zum Bürokratieabbau auf

  • Dienstag, 9. Juni 2026
/Racle Fotodesign, stock.adobe.com
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Berlin – Die Bundesregierung müsse endlich die versprochene Entbürokratisierung im Gesundheitswesen angehen, forderten heute gemeinsam die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG). Während mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz enorme negative Effekte auf die Versorgung drohten, könne der Abbau von Bürokratie einen echten Sparbeitrag leisten.

„Statt an der Versorgung zu sparen – also an Praxen, Krankenhäusern mitsamt ihren Patientinnen und Patienten –, brauchen wir endlich ein Bürokratieentlastungsgesetz“, betonten KBV und DKG. Beide Organisationen verwiesen darauf, dass man bereits etliche Vorschläge unterbreitet habe, die Geld und Arbeitszeit einsparen sowie die Qualität der stationären und ambulanten Versorgung verbessern würden.

„Kein angehender Mediziner – unabhängig davon, ob er sich für den ambulanten oder den stationären Bereich entscheidet – möchte doch in die Versorgung, weil er oder sie so gerne Formulare ausfüllt. Nein, natürlich wollen sie vor allem Patienten versorgen“, erklärte Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der KBV. Von der Arbeit in und an der Versorgung halte „nichts“ so sehr ab wie bürokratische Pflichten.

Wenn Politik es mit dem Sparkurs wirklich ernst meinen würde, wäre der Abbau von Bürokratie eigentlich der schnellste und einfachste Weg, so Gassen. Dies würde zudem nicht nur Geld und Arbeitszeit sparen, sondern hätte auch positive Effekte auf die Qualität der Versorgung.

Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der DKG, kritisierte, alle Beschäftigten der Gesundheitsversorgung seien heute mit einem Maß an Bürokratie und Überregulierung belastet, welches „alle Grenzen des Vertretbaren sprengt“. Dabei sei ein Großteil dieser Bürokratie medizinisch und pflegerisch unsinnig und ohne Nutzen für die Patienten. „Nur eine Stunde Bürokratie täglich weniger würde Arbeitszeit und -kraft von mehr als 22.000 Ärztinnen und Ärzten und fast 50.000 Pflegekräften freisetzen.“

Die Politik sollte den Mut zur Deregulierung haben, so der Appell des DKG-Chefs. Laut den DKG-Vorschlägen könnten die Krankenhäuser jährlich um bis zu 15 Milliarden Euro entlastet werden.

Unter anderem plädieren die Kliniken in ihrem Forderungskatalog dafür, Personalvorgaben, Personalbemessungsinstrumente sowie die mit Ihnen verbundenen Dokumentations- und Meldepflichten „in ihrer Anzahl und in ihrem Umfang deutlich zu reduzieren“. Zudem solle eine „umfassende Straffung von Strukturvorgaben“ erfolgen.

aha

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