Röntgen: Bundesamt für Strahlenschutz senkt Dosisvorgaben

Salzgitter – Die Strahlenbelastung beim Röntgen soll in Deutschland reduziert werden. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) senkte deshalb die Dosisvorgaben für Mediziner. Die Referenzwerte wurden im Mittel um 20 Prozent und zum Teil um bis zu 50 Prozent herabgesetzt, wie die Behörde heute in Salzgitter mitteilte. Dies sei ein „wichtiger Schritt“ zum Nutzen der Patienten, erklärte BfS-Präsident Wolfram König.
Die sogenannten diagnostischen Referenzwerte stellen laut BfS Orientierungswerte dar. Ärzte sind demnach aufgefordert, diese Werte im Mittel zu unterschreiten. Eine Absenkung sei jetzt vor allem wegen des Fortschritts bei den Geräten möglich. Aufgrund der technischen Entwicklung seien die benötigten Strahlendosen beim Röntgen in den vergangenen fünf Jahren im Mittel um 20 Prozent gesunken, erklärte das BfS.
Im europäischen Vergleich werden der Behörde zufolge in Deutschland zwar bereits verhältnismäßig niedrige Strahlendosen verwendet. Allerdings wird demnach vergleichsweise sehr häufig geröntgt. Im Durchschnitt gibt es 1,4 Röntgenanwendungen pro Person und Jahr. Computertomographische (CT-)Untersuchungen an Erwachsenen, bei denen die Strahlendosis intensiver ist, nahmen von 1996 bis 2012 um 60 Prozent zu.
BfS-Präsident König forderte insgesamt „weitere Anstrengungen“. Die Strahlenbelastung könne durch verbesserte Verfahren weiter gesenkt werden. Die Möglichkeiten zur Reduzierung der Belastung müssten „noch stärker ausgeschöpft werden“.
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