Ärzteverband warnt vor Kürzungen in der ambulanten Versorgung

Stuttgart – Mit Blick auf die aktuellen Diskussion um die Schuldenbremse und den Haushalt 2024 warnt der fachübergreifende Ärzteverband MEDI Baden-Württemberg vor Kürzungen in der ambulanten Versorgung. „Eine qualitativ hochwertige und präventive ambulante Versorgung stärkt unser gesamtes ökonomisches System“, betonte der Vorsitzende von MEDI Baden-Württemberg Norbert Smetak.
Die heftigen Debatten in der Ampelkoalition zum Haushalt für das kommende Jahr und um die Schuldenbremse dürfen laut MEDI nicht auf Kosten der niedergelassenen Ärzteschaft und der Patienten geführt werden. „Kranke oder unbehandelte Patientinnen und Patienten haben gravierende negative Auswirkungen für unsere Gesellschaft und kosten dem Gesundheitswesen und dem Staat viel Geld“, so Smetak. Deshalb sollte bei Kürzungen des Haushalts die ambulante Versorgung unberührt bleiben.
Im Gegenteil müsse man in die Versorgung investieren, damit sie durch den demografischen Wandel nicht in den kommenden Jahren kollabiert. Eingesparte Budgets durch die anstehende Krankenhausreform müssten in die ambulante Versorgung fließen.
MEDI warnt zudem davor, die im Koalitionsvertrag geplante Entbudgetierung des hausärztlichen Honorars anzutasten. „Wir arbeiten mit einem 20 Jahre alten einheitliche Bewertungsmaßstab, der kaum angepasst wurde und mit einer rund 40 Jahre alten Gebührenordnung für Ärzte. Die Entbudgetierung rettet bei weitem noch nicht die hausärztliche Versorgung“, betonte der MEDI-Chef. Zudem fordere man eine Entbudgetierung für alle niedergelassenen Facharztgruppen.
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