KV Nordrhein will mehr Spielraum für Finanzierung ambulanter Leistungen

Düsseldorf – Mehr Spielraum und den Wegfall starrer Budgets bei der Finanzierung ambulanter Leistungen fordert die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO).
„Die gesamtpolitische Lage und der derzeitige Zustand des Gesundheitswesens, insbesondere auch im vertragsärztlichen Bereich, ist hoch problematisch“, sagte der KV-Vorstandsvorsitzende Frank Bergmann bei der Vertreterversammlung der KV Ende November.
Die Protestaktionen auf Bundes- und auf Landesebene hätten gemeinsame Themen: Eklatante Unterfinanzierung, Fachkräftemangel, Bürokratie und Lieferengpässe bei wichtigen Arzneimitteln seien zentrale Problemfelder.
„Wir müssen weiter gemeinsam laut bleiben. Entweder die Politik bekennt sich jetzt zu ihrer Verantwortung oder wir werden als Vertragsärzteschaft nicht mehr das leisten können, was man von uns gewohnt ist“, sagte Bergmann.
Eine Vorhaltefinanzierung für den vertragsärztlichen Notdienst forderte der stellvertretende KV-Vorsitzende Carsten König auf dem Treffen. Es sei nicht weiter hinnehmbar, dass die Niedergelassenen die entsprechenden Strukturkosten aus ihrem eigenen Honorar finanzieren müssten – im Jahr 2023 gut 25 Millionen Euro.
„Wir werden weiterhin gesetzliche Anpassungen einfordern, die für den stationären Bereich längst gelten: Die staatliche Finanzierung der Vorhaltestrukturen ist für die Aufrechterhaltung des ambulanten Notdienstes alternativlos“, forderte der KV-Vizechef.
Die Vertreterversammlung positionierte sich auf dem Treffen auch zum Erhalt des Belegarztwesens: Die in Nordrhein-Westfalen laufende Krankenhausreform und der geplante Abbau von Bettenkapazitäten dürften nicht zulasten belegärztlicher Tätigkeiten gehen, so die Delegierten. Sie forderten, dass Potential entsprechender Eingriffe etwa im HNO-Bereich auch mit Blick auf eine wirtschaftliche Patientenversorgung voll auszuschöpfen.
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