GOÄneu: Radiologen kritisieren Minus von rund 29 Prozent

Berlin – Vergangene Woche hatten Bundesärztekammer (BÄK) und PKV-Verband den Entwurf für eine neue Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) vorgelegt. Das erarbeitete Gebührenverzeichnis enthält 5.500 Gebührennummern und Zuschläge. Derzeit befindet er sich bei Verbänden und Fachgesellschaften in der Prüfung. Die Radiologen sind wenig begeistert.
Der Berufsverband der Deutschen Radiologie (BDR) monierte, der vorgelegte Entwurf weiche weit von dem ab, was in den Gesprächen der Verbände mit der Bundesärztekammer konsentiert worden sei. Er kritisierte, dass technische-diagnostische Leistungen ein Minus von rund 29 Prozent hinnehmen müssten.
„Damit lässt sich die Ärzteschaft – mal wieder – in zwei Lager spalten: ‚Sprechende Medizin‘, die politisch erwünscht und gefördert ist, gegen ‚Diagnostische Medizin‘, die nur Geld kostet und die als finanzieller Verschiebebahnhof am Schluss, wenn alles mal wieder zu teuer wird, noch rasch mit erheblichen Kürzungen beglückt wird, um das Projekt finanziell zu retten“, hieß es aus dem Verband.
Der BDR kündigte an, er werde „nach gründlicher Analyse der Detaildaten“ das Gespräch mit der BÄK zu der GOÄneu suchen. BÄK-Präsident Klaus Reinhardt hatte nach der Anhörung der Verbände erklärt, es habe „zwar auch kritische Stimmen, aber eine weitgehende Zustimmung gegeben“. Das Vorgehen der BÄK sei durch eine „überwältigende Mehrheit“ bestätigt worden, so Reinhardt.
Gestrichen sind im Entwurf die bisherigen Mehrfachhebesätze. Ärzte werden dann keinen 2,3- oder 3,5-fachen Hebesatz oder ähnliches mehr abrechnen können. Auch die bisherigen Analogziffern für Verfahren, für die es bisher keine Preise gab, entfallen.
Stattdessen soll jede Leistung einen eigenen Preis haben. Dieser kann in komplexen Fällen mit einem Zuschlag versehen werden. Während bei technischen Fächern die Leistungen für Anwendungen abgesenkt werden, soll die sprechende Medizin dem Entwurf zufolge besser vergütet werden.
Der PKV-Verband hat laut BÄK akzeptiert, dass das GOÄ-Ausgabevolumen um bis zu 13,2 Prozent steigen werde – dies sind rund 1,9 Milliarden Euro. Dieser Effekt solle in den ersten drei Jahren stufenweise eintreten.
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