Ärzteschaft

GOÄneu: Radiologen kritisieren Minus von rund 29 Prozent

  • Dienstag, 17. September 2024
/crevis, stock.adobe.com
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Berlin – Vergangene Woche hatten Bundesärztekammer (BÄK) und PKV-Verband den Entwurf für eine neue Ge­bühren­ordnung für Ärzte (GOÄ) vorgelegt. Das erarbeitete Gebührenverzeichnis enthält 5.500 Gebührennumm­ern und Zuschläge. Derzeit befindet er sich bei Verbänden und Fachgesellschaften in der Prüfung. Die Radiolo­gen sind wenig begeistert.

Der Berufsverband der Deutschen Radiologie (BDR) monierte, der vorgelegte Entwurf weiche weit von dem ab, was in den Gesprächen der Verbände mit der Bundes­ärztekammer konsentiert worden sei. Er kritisierte, dass technische-diagnostische Leistungen ein Minus von rund 29 Prozent hinnehmen müssten.

„Damit lässt sich die Ärzteschaft – mal wieder – in zwei Lager spalten: ‚Sprechende Medizin‘, die politisch er­wünscht und gefördert ist, gegen ‚Diagnostische Medizin‘, die nur Geld kostet und die als finanzieller Verschie­bebahnhof am Schluss, wenn alles mal wieder zu teuer wird, noch rasch mit erheblichen Kürzungen beglückt wird, um das Projekt finanziell zu retten“, hieß es aus dem Verband.

Der BDR kündigte an, er werde „nach gründ­licher Analyse der Detaildaten“ das Gespräch mit der BÄK zu der GOÄneu suchen. BÄK-Präsident Klaus Reinhardt hatte nach der Anhörung der Verbände erklärt, es habe „zwar auch kritische Stimmen, aber eine weitgehende Zustimmung gege­ben“. Das Vorgehen der BÄK sei durch eine „über­wältigende Mehrheit“ bestätigt worden, so Reinhardt.

Gestrichen sind im Entwurf die bisherigen Mehrfachhebesätze. Ärzte werden dann keinen 2,3- oder 3,5-fachen Hebesatz oder ähnliches mehr abrechnen können. Auch die bisherigen Analogziffern für Ver­fahren, für die es bisher keine Preise gab, ent­fallen.

Stattdessen soll jede Leistung einen eigenen Preis haben. Dieser kann in komplexen Fällen mit einem Zu­schlag versehen werden. Während bei technischen Fächern die Leistungen für Anwendungen abgesenkt werden, soll die sprechende Medizin dem Entwurf zufolge besser vergütet werden.

Der PKV-Verband hat laut BÄK akzeptiert, dass das GOÄ-Ausgabevolumen um bis zu 13,2 Prozent steigen wer­de – dies sind rund 1,9 Milliarden Euro. Dieser Effekt solle in den ersten drei Jahren stufenweise eintreten.

hil

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