Hausärztliche Versorgung: Verband für umfassende Verbesserung der Rahmenbedingungen

Berlin – Für eine zukunftsfähige Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen für die hausärztliche Versorgung sprachen sich gestern die Delegierten des 43. Deutschen Hausärztetages aus.
In dem entsprechenden Beschluss der Delegiertenversammlung heißt es, dies umfasse die Modernisierung des derzeitigen Bereitschaftsdienstsystems, die Abschaffung der Richtgrößenprüfungen sowie den Ausbau attraktiver Weiterbildungs- und Niederlassungsbedingungen.
Dringend notwendig sei zudem die Schaffung und Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen in den Arztpraxen – unter der Maßgabe von wirklicher Funktionalität für die Versorgung sowie ausreichender Erprobung und Finanzierung. Die Delegierten forderten außerdem die „Schaffung eines fairen Honorarsystems in der Regelversorgung bei gleichzeitiger Weiterentwicklung in der Hausarztzentrierten Versorgung“.
Die Modernisierung und den Ausbau der Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) will sich auch der neue Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Markus Beier, auf die Agenda setzen. Beier, Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbandes, wurde heute mit 115 von 119 abgegebenen Stimmen der Delegierten an die Spitze des Hausärzteverbandes gewählt.
Den Posten als erste stellvertretende Bundesvorsitzende wird künftig Nicola Buhlinger-Göpfarth innehaben. Auf sie entfielen 90 von 118 abgegebenen Stimmen. Zum zweiten stellvertretenden Bundesvorsitzenden wurde Ulf Zitterbart gewählt – er erhielt 112 von 117 Stimmen. Neue Beisitzerin ist Barbara Römer (102 von 113 Stimmen). Gegenkandidatinnen und Gegenkandidaten gab es nicht.
Ulrich Weigeldt hatte im Rahmen des Hausärztetages sein Amt als Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes, an dessen Spitze er insgesamt 16 Jahre stand, wie angekündigt niedergelegt. Mit ihm gab auch Berthold Dietsche seinen Posten als zweiter stellvertretender Bundesvorsitzender ab.
Beier bedankte sich im Namen des neu aufgestellten Bundesvorstands bei den Delegierten für das Vertrauen. „Wir freuen uns sehr auf die Aufgaben, die vor uns liegen. Wir haben uns bewusst dafür entschieden, zukünftig den Verband noch stärker als Team zu führen.“ Die bestehenden Herausforderungen werde man „geschlossen und in enger Zusammenarbeit mit den Landesverbänden entgegentreten“.
Der Bundesvorstand und die Delegierten dankten Weigeldt – der unter großem Applaus verabschiedet wurde – für seine großen Verdienste um die hausärztliche Versorgung in Deutschland. Weigeldt selbst betonte, er könne einen „hervorragend aufgestellten Verband übergeben“. Im Anschluss an die Wahlen wurde Weigeldt von der Delegiertenversammlung zum Ehrenvorsitzenden des Deutschen Hausärzteverbandes ernannt.
In einem Beschluss im Zusammenhang mit den aktuellen Kostensteigerungen forderten die Delegierten einen „vollumfänglichen Inflationsausgleich“. Man brauche „umgehend“ einen Ausgleich für die gestiegenen Kosten – die Bundesregierung müsse entsprechende steuerfinanzierte Zuschüsse an die Krankenkassen leisten.
Den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) riefen die Delegierten auf, die telefonische Krankschreibung für den Praxen bekannte Patientinnen und Patienten dauerhaft zu ermöglichen. Für alle anderen Patienten solle die derzeitige
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