KV Thüringen fordert mehr Zeit für Einführung der Telematikinfrastruktur

Oberhof – Die Vertreterversammlung (VV) der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringen fordert mehr Zeit für die Einführung der Telematik-Infrastruktur (TI). Realisterschweise seien dafür mindestens zwei Jahre nötig, gerechnet vom Zeitpunkt der tatsächlichen Verfügbarkeit zertifizierter Hardware, so die Delegierten. In einer Resolution fordern sie die Politik zugleich auf, die Androhung von Honorarabzügen zurückzunehmen.
Die Vertreter der ambulant tätigen Ärzte und Psychotherapeuten in Thüringen bekennen sich aber ausdrücklich zur Idee der TI als wichtigem Mittel zum Datenaustausch zwischen Akteuren des Gesundheitswesens im Interesse ihrer Patienten. „Diesem Charakter tragen wichtige Komponenten der TI Rechnung, wie der vorgesehene Notfall-Datensatz oder die elektronische Patientenakte“, heißt es in der Resolution.
Terminverschiebung erfolgt
Erste Mitte Juli hatte das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) die Anbindung aller Arzt- und Psychotherapeutenpraxen und Krankenhäuser an die TI um ein halbes Jahr auf den 31. Dezember 2018 verschoben. Bis dahin sah der Zeitplan des 2016 in Kraft getretenen E-Health-Gesetzes vor, dass nach einer Erprobungsphase in zwei Testregionen ab dem 1. Juli 2018 alle Praxen und Krankenhäuser an die TI angeschlossen sein müssten.
„Auch wenn dieser Zeitplan jetzt um ein halbes Jahr gestreckt wird – das Vorgehen steht in keinem Verhältnis zur zögerlichen Bereitstellung der notwendigen Technik durch die Industrie, zur hohen Zahl anzuschließender Betriebsstätten und zu den begrenzten Kapazitäten der Technik-Dienstleister“, kritisiert die KV Thüringen.
Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hatte bereits im Juli erklärt, dass sie den neuen Zeitplan für „ambitioniert“ halte. Darüber hinaus habe man bereits das ursprüngliche Einführungsdatum für zu kurz gehalten, sagte ein Sprecher damals.
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