Politik

Schwangerschafts­abbrüche: Linke drängen auf Aussetzung der Beratungspflicht

  • Donnerstag, 23. April 2020
/homonstock, stock.adobe.com
/homonstock, stock.adobe.com

Berlin − Die Linken drängen in der Coronakrise auf eine Aussetzung der Beratungspflicht vor einem Schwangerschaftsabbruch. Einen entsprechenden Antrag will die Fraktion in den Bundestag einbringen, wie die frauenpolitische Sprecherin der Fraktion, Cornelia Möhring, gestern in Berlin mitteilte

Für einen straffreien Schwangerschaftsabbruch ist in Deutschland eine Beratung der Schwangeren erforderlich. Beratungsstellen stellen dann einen Beratungsschein aus. Einrichtungen der katholischen Kirche bieten eine Beratung an, stellen aber keinen Schein aus.

Möhring erklärte, unter den Bedingungen der Coronapandemie erzeuge diese Regelung zusätzliche Risiken. Die Zugänge zu Schwangerschaftsabbrüchen seien erschwert, die Beratung führe zu unnötigen physischen Kontakten, und selbst, wenn sie telefonisch stattfinde, zu zusätzlicher Verzögerung.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hatte bereits auf die derzeitige Situation reagiert. Sie vereinbarte im März mit den Landesministern, dass eine Schwangerschafts­konfliktberatung derzeit auch online oder per Telefon möglich sein soll.

Eine Beratungs­bescheinigung zur Wahrung der Frist könne dann per E-Mail oder Post versendet werden, erklärte Giffey in Berlin. Das persönliche Erscheinen der Schwangeren sei nicht notwendig.

kna

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung