Schwangerschaftsabbrüche: Linke drängen auf Aussetzung der Beratungspflicht

Berlin − Die Linken drängen in der Coronakrise auf eine Aussetzung der Beratungspflicht vor einem Schwangerschaftsabbruch. Einen entsprechenden Antrag will die Fraktion in den Bundestag einbringen, wie die frauenpolitische Sprecherin der Fraktion, Cornelia Möhring, gestern in Berlin mitteilte
Für einen straffreien Schwangerschaftsabbruch ist in Deutschland eine Beratung der Schwangeren erforderlich. Beratungsstellen stellen dann einen Beratungsschein aus. Einrichtungen der katholischen Kirche bieten eine Beratung an, stellen aber keinen Schein aus.
Möhring erklärte, unter den Bedingungen der Coronapandemie erzeuge diese Regelung zusätzliche Risiken. Die Zugänge zu Schwangerschaftsabbrüchen seien erschwert, die Beratung führe zu unnötigen physischen Kontakten, und selbst, wenn sie telefonisch stattfinde, zu zusätzlicher Verzögerung.
Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hatte bereits auf die derzeitige Situation reagiert. Sie vereinbarte im März mit den Landesministern, dass eine Schwangerschaftskonfliktberatung derzeit auch online oder per Telefon möglich sein soll.
Eine Beratungsbescheinigung zur Wahrung der Frist könne dann per E-Mail oder Post versendet werden, erklärte Giffey in Berlin. Das persönliche Erscheinen der Schwangeren sei nicht notwendig.
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