Solidarität mit medizinischen Fachkräften im Iran

Teheran – Der „Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte“ sowie „Solidarisches Gesundheitswesen“ haben auf einem gemeinsamen Treffen die Repressionen des iranischen Regimes gegen medizinische Fachkräfte kritisiert und ihre Solidarität mit den Protestierenden bekräftigt.
Viele Beschäftigte der Gesundheitsberufe organisierten selbst Kundgebungen, nähmen an Protesten teil, behandelten Verwundete oder dokumentierten Menschenrechtsverbrechen, hieß es.
„Sie werden nicht nur daran gehindert, die vielen während der Proteste verletzten Menschen zu behandeln, sondern auch selbst angegriffen, verhaftet und getötet“, kritisierten die Teilnehmenden des gesundheitspolitischen Forums der beiden Vereine.
„Wir möchten den Menschen im Iran und besonders unseren Kolleginnen und Kollegen, die den Aufstand unterstützen, unsere Verbundenheit ausdrücken und ihnen versichern, dass wir ihnen im langen und schrecklich verlustreichen Kampf für Gerechtigkeit und Demokratie zur Seite stehen wollen, so gut wir können“, hieß es.
Seit Mitte September gehen im Iran viele Menschen auf die Straße, um gegen die iranische Regierung zu protestieren. Auslöser war der Tod der 22-jährigen Mahsa Amini, die in Polizeigewahrsam gestorben ist, nachdem sie angeblich ihr Kopftuch nicht vorschriftsmäßig getragen haben soll.
„Im Zuge der Demonstrationen sind viele Leute verletzt worden. Häufig waren sogenannte Sicherheitskräfte vor Ort, die die Verletzten aufgegriffen haben. Die haben regelrecht dort gewartet, bis Verletzte vorbeikommen, um sie als Teilnehmende von Protesten zu identifizieren und mitzunehmen“, sagte Pedram Emami, Präsident der Ärztekammer Hamburg, dem Deutschen Ärzteblatt.
Das sei unabhängig davon, ob die Betreffenden schon in Behandlung waren oder nicht. „Sogar während der Behandlungen sind die Sicherheitskräfte dazwischen gegangen, um die Leute wegzuzerren“, berichtete Emami.
Die Bundesärztekammer hatte sich bereits mit einem Schreiben an den iranischen Präsidenten Ebrahim Raisi gewandt. „Gewaltsame Übergriffe auf und Bedrohungen gegen Ärztinnen und Ärzte im Iran, die verletzte Demonstranten versorgen wollen, sind unverzüglich zu beenden“, schreibt BÄK-Präsident Klaus Reinhardt darin. Er verurteilte die öffentlich bekannt gewordenen Menschenrechtsverletzungen gegen Ärzte sowie gegen Demonstrierende scharf.
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