SPD und Grüne in Hamburg wollen mehr für Obdachlose tun

Hamburg – Mit drei Anträgen an die Hamburger Bürgerschaft wollen die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen die Situation der Obdachlosen in der Hansestadt verbessern. Vor allem gering qualifizierte Osteuropäer landeten zuletzt oft auf der Straße, für sie soll es mehr Hilfsangebote geben, auch Wohnungen. Zudem gibt es den Plan einer Pension für Wanderarbeiter, die auf Arbeitssuche sind.
Eine Verbesserung der Situation von psychisch kranken Wohnungslosen soll ein weiterer Schwerpunkt sein. Nach Erfahrungen in Köln und Stuttgart werden „kleinere Unterbringungen mit quasi Hotelcharakter“ angestrebt. Dort könnte man den Menschen eher gerecht werden.
„In allen deutschen Großstädten können wir beobachten, dass die Wohnungs- und Obdachlosenzahlen steigen. In Hamburg wollen wir diesen Trend umkehren“, sagte Uwe Giffei, Experte für Wohnungs- und Obdachlosigkeit der SPD-Bürgerschaftsfraktion, laut einer Mitteilung vom Sonntag.
Giffei verwies besonders auf die Erprobung des Housing-First-Ansatzes, bei dem zunächst eine eigene Wohnung vermittelt wird und sich dann weitere Hilfsangebote anschließen.
„Housing-First halte ich für einen wirkungsvollen Ansatz, weil dort die eigene Wohnung am Anfang der Hilfe für Obdachlose steht und weitere Hilfen darauf aufbauen können“, ergänzte Mareike Engels, sozialpolitische Sprecherin der Grünen Bürgerschaftsfraktion.
Derzeit leben rund 2.000 Obdachlose in Hamburg – im Jahr 2009 waren es noch rund 1.000 Menschen ohne festen Wohnsitz gewesen. Rund zwei Drittel von ihnen haben einen ausländischen Pass, die meisten kommen aus Osteuropa, aus Ländern des Baltikums und des Balkans.
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