Verhütungsmittel für Bedürftige: Niedersachsen plant Bundesratsinitiative

Hannover – Niedersachsen will sich mit einer Bundesratsinitiative dafür einsetzen, dass die Kosten für Verhütungsmittel für Frauen mit geringem Einkommen übernommen werden. Die Landesregierung beschloss heute, einen entsprechenden Entschließungsantrag in den Bundesrat einzubringen.
Es dürfe nicht sein, dass Frauen in prekärer wirtschaftlicher Lage weiter gezwungen seien, auf weniger sichere Verhütungsmittel umzusteigen und sich so dem Risiko aussetzten, ungewollt schwanger zu werden, sagte Landesgesundheitsministerin Cornelia Rundt (SPD). Sie verwies darauf, dass das Land bei Bedürftigkeit die Kosten für eine Abtreibung tragen müsse. „Kein Geld für Verhütung, aber für den Schwangerschaftsabbruch – das ist menschenverachtend und muss korrigiert werden“, sagte Rundt.
Derzeit werden die Kosten für empfängnisverhütende Mittel von den Krankenkassen nur für Frauen bis zum 20. Lebensjahr übernommen. Danach müssen Sozialhilfe-Empfängerinnen Verhütungsmittel aus dem Regelsatz für Gesundheitspflege bestreiten. Dieser beträgt laut Sozialministerium rund 15 Euro pro Monat.
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