Ärztemangel durch vereinfachten Zugang zum Studium begegnen

Potsdam – Um dem Ärztemangel in einigen ländlichen Regionen Brandenburgs zu begegnen, müssen mehr Menschen von dort ins Medizinstudium gebracht werden. Das legt eine Untersuchung nahe, die von der Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS) beauftragt und herausgegeben worden ist.
Verfasst hat die Analyse ein Team des Instituts für Versorgungs- und Gesundheitssystemforschung an der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane.
Die Zugangsvoraussetzungen für Studierende vom Land müssten vereinfacht werden, sagte Charlotte Kugler, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Medizinischen Hochschule in Brandenburg, die die Eckpunkte der Untersuchung heute in Potsdam vorstellte. Sie betonte, es zeige sich ein „Klebeeffekt“.
In der Untersuchung wird auf eine Befragung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) aus dem Jahr 2022 verwiesen, die diesen „Klebeeffekt“ bestätige.
Zudem müsste die Zahl der Medizinstudienplätze im Land erhöht werden, führte Kugler aus. Ein weiterer Hebel sei, die angehenden Ärzte zur praktischen Ausbildung in den ländlichen Raum zu schicken. Auch dadurch werde die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass sie danach dorthin zurückkehrten.
Das Ganze müsse von attraktiven Arbeitsbedingungen umrahmt werden. Insbesondere junge Menschen würden mitunter gern in Teilzeit arbeiten.
Die Zahl der Hausärzte in Brandenburg ist gemessen an der Einwohnerzahl bundesweit vergleichsweise gering. Laut der Stiftung sind aktuell etwa Kassensitze unbesetzt. Seit Langem fordern Kassenärzte bessere Arbeitsbedingungen.
Diskutieren Sie mit
Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.
Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.
Diskutieren Sie mit: