Ausbildung von Anästhesie- und Operationstechnischen Assistenten soll reformiert werden

Berlin – Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will nach der Hebammenausbildung nun auch die Ausbildung zum Anästhesietechnischen Assistenten (ATA) und zum Operationstechnischen Assistenten (OTA) reformieren. Das geht aus einem Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) hervor. Die Novelle ist im Bundesrat zustimmungspflichtig.
Man gehe an, was die Bundesländer seit mehr als zehn Jahren forderten und schaffe erstmals einheitliche Regelungen für die Ausbildung der ATA und OTA, sagte Spahn. Bisher habe es dem BMG zufolge keine bundesweit einheitliche Ausbildung für beide Berufe gegeben. Das solle sich nun ändern. Die Ausbildungen nach den neuen Regelungen sollen jeweils zum 1. Januar 2021 beginnen.
Dem Referentenentwurf zufolge soll die Ausbildung drei Jahre dauern und sich aus einem theoretischen Teil und praktischem Unterricht sowie einer praktischen Ausbildung an Krankenhäusern und in geeigneten ambulanten Einrichtungen zusammensetzen. Vorgesehen ist eine staatliche Prüfung als Abschluss.
Die Auszubildenden sollen dem Willen des Ministeriums zufolge eine „angemessene Vergütung“ erhalten. Dafür aufkommen sollen die Ausbildungseinrichtungen. Voraussetzung für OTA und ATA soll ein mittlerer Schulabschluss sein. Möglich ist der Zugang zu dem Berufsbild darüber hinaus nach den bisherigen Planungen auch, wenn eine mindestens zweijährige, abgeschlossene Berufsausbildung nach einem Hauptschulabschluss vorliegt.
Das Ministerium betonte, dass OTA und ATA in der neuen, bundeseinheitlich geregelten Ausbildung „wichtige Kompetenzen“ im sicheren Umgang mit Patienten in einem sehr sensiblen Arbeitsumfeld erhalten sollten. „Sie erlernen beispielsweise den fachgerechten Umgang mit Arzneimitteln, Medizinprodukten und weiteren medizinischen Geräten“, schreibt das BMG. Sie würden darüber hinaus lernen, eigenverantwortliche Aufgaben in der medizinischen Diagnostik und Therapie auszuführen oder Ärzten im Anästhesie- und OP-Bereich zu assistieren.
Neben den OTA und ATA plant das Ministerium auch eine Ausbildungsreform der pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA). Die PTA-Ausbildung soll weiter wie bisher zweieinhalb Jahre dauern und mit einer staatlichen Prüfung abgeschlossen werden. Zuletzt waren die Regelungen 1997 reformiert worden.
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