Coronakrise hat Auswirkungen auf den Umsatz von Praxen und Apotheken

Düsseldorf – Die Coronapandemie bringt Praxen und Apotheken in eine wirtschaftliche Schieflage. Das berichtet die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) nach einer Umfrage unter Heilberuflern. Die Antworten zeichneten ein „erstes Stimmungsbild“, teilte die Bank mit.
Demnach fürchten die befragten Heilberufler weniger um ihre Gesundheit als um die Auswirkungen der Pandemie auf die Wirtschaft und das Arbeitsleben. „Einige mussten bereits selbst Maßnahmen ergreifen, um den eigenen Praxisbetrieb zu sichern und die ambulante Versorgung auch weiterhin gewährleisten zu können“, hieß es aus der Bank.
58 Prozent der befragten Heilberufler verzeichnen laut der Umfrage einen Rückgang der Patienten. Dabei sehen sich die Zahnärzte von den wirtschaftlichen Folgen von COVID-19 am stärksten betroffen: 89 Prozent meldeten rückläufige Patientenzahlen. Apotheken werden noch verhältnismäßig häufig frequentiert, doch auch dort geben 34 Prozent der Befragten zurückgehende Kundenzahlen an.
Für Praxen und Apotheken bedeuten sinkende Patientenzahlen auch Umsatzeinbrüche – davon betroffen sind etwa 60 Prozent aller Befragten. Allerdings bedeutet dieser Rückgang nicht weniger Arbeit: Die Frage nach dem Arbeitspensum zeigt laut der Bank vielmehr, dass nur 29 Prozent der Ärzte weniger arbeiten, 44 Prozent der Ärzte haben dagegen mehr Arbeit.
Für die Mehrheit der Heilberufler sind laut der Befragung Szenarien, wie Personal zu entlassen oder die Praxis beziehungsweise Apotheke vorübergehend zu schließen, keine Optionen. Um den Praxisbetrieb in diesen Zeiten weiter zu gewährleisten, greifen die Heilberufler vielmehr auf Eigenmittel zurück.
46 Prozent haben bereits Privatvermögen umgeschichtet oder wollen auf diese Option in Zukunft ausweichen. Einen bestehenden Kredit aufzustocken oder auszusetzen beziehungsweise neue Kredite zu beantragen, zieht zukünftig knapp ein Drittel in Betracht.
Auf die Frage nach den besonderen Herausforderungen in den nächsten Wochen, nennen die selbstständigen Heilberufler an erster Stelle die Beschaffung von Waren und Verbrauchsmaterialien – insgesamt 84 Prozent der Befragten bereitet diese Aufgabe am meisten Sorgen.
„Alles in allem zeigt die Mehrheit der Heilberufler jedoch Verständnis für die bisher initiierten Maßnahmen der Politik und jeder Zweite sieht das deutsche Gesundheitssystem in der Lage, diese Krise zu bewältigen“, sagte Daniel Zehnich, Leiter des Bereichs Gesundheitsmärkte und Gesundheitspolitik bei der Apobank.
Die Umfrage fand vom 3. bis 27. April statt. Befragt wurden 521 Heilberufler, darunter 203 Humanärzte (130 Fachärzte, 73 Hausärzte), 91 Zahnärzte und 227 Apotheker.
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