Kammer Rheinland-Pfalz: Trotz Zuwanderung drohen Versorgungslücken
Mainz – Obwohl inzwischen immer mehr ausländische Ärzte und Psychotherapeuten in rheinland-pfälzischen Praxen arbeiten, hat die Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz (KV RLP) erneut vor drohenden Lücken in der ambulanten Versorgung gewarnt. Ihrer Ansicht nach lässt sich der erwartete Nachwuchsmangel für frei werdende Arzt- und Psychotherapeutensitze durch Zuwanderung allein nicht decken. Vor diesem Hintergrund forderte sie, die medizinische Aus- und Weiterbildung in Deutschland auszuweiten.
Ende 2014 waren laut KV RLP insgesamt 399 Ärzte und Psychotherapeuten ausländischer Herkunft in der ambulanten Versorgung des Landes tätig. Das entspricht einem Anteil von 5,5 Prozent. Im Jahr 2006 lag die Zahl der Mediziner mit Migrationshintergrund noch bei 182, das entsprach 2,9 Prozent.
Weit mehr als die Hälfte der ambulant praktizierenden Ärzte mit Migrationshintergrund habe jedoch bis zum Erhebungszeitpunkt die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen. Damit stieg der Ausländeranteil innerhalb der ambulant tätigen Ärzteschaft zwischen 2006 und 2014 von 1,8 Prozent auf 2,3 Prozent, und liegt somit deutlich unter dem Gesamtbevölkerung von Rheinland-Pfalz. Laut Statistischem Bundesamt beträgt der Ausländeranteil in Rheinland-Pfalz derzeit 8,8 Prozent. Basis der statistischen Auswertungen waren die Daten des Arztregisters der KV RLP.
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