Ärzteschaft

Kampagne soll auf schwierige Lage der Praxen aufmerksam machen

  • Montag, 22. April 2024
Der KBV-Vorstand Andreas Gassen, Sibylle Steiner und Stephan Hofmeister. /DÄ
Der KBV-Vorstand Andreas Gassen, Sibylle Steiner und Stephan Hofmeister (v.l.n.r.). /DÄ

Berlin – Mit einer heute startenden Kampagne wollen Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und Kassen­ärztliche Vereinigungen auf die schwierige Lage der ambulanten Gesundheitsversorgung aufmerksam ma­chen.

„Es ist leider traurige Realität, dass die Situation der ambulanten Versorgung äußerst kritisch ist. Wir haben die Politik bereits mehrfach nachdrücklich darauf hingewiesen“, betonte KBV-Vorstandsvorsitzender Andreas Gassen. Diese leide aber offenbar an „Hör- und Sehproblemen“ und erkenne den Ernst der Lage bislang nicht – somit drohe die Gesundheitsversorgung selbst zum Patienten zu werden.

In der Bevölkerung sei genau diese Sorge bereits angekommen, so Gassen. Laut einer aktuellen Umfrage der KBV ist das Thema ambulante ärztliche Versorgung fast 90 Prozent der Bürgerinnen und Bürger wichtig. Mehr als die Hälfte (50,3 Prozent) befürchten Praxisschließungen und über 62 Prozent stimmten der Aussage zu, dass sich Praxen aktuell in einer Notlage befinden.

Die Rahmenbedingungen der ambulanten Versorgung für 84 Millionen Patientinnen und Patienten müssten schnell und konsequent verbessert werden, betonte Gassen. Etwa durch Abbau der Bürokratie oder mit echten Fortschritten bei der „bislang dysfunktionalen Digitalisierung“. Vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) würden aber nur „Pseudolösungen“ präsentiert.

Nötig sei eine „echte Stärkung“ der Praxisstrukturen, sagte Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstands­vor­sitzender der KBV. Die aktuellen gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen würden die Arbeit der Nie­dergelassenen torpedieren. Er verwies auf alarmierende Zahlen: So seien aktuell bereits mehr als 5.000 Haus­arztsitze in Deutschland unbesetzt. Es sei „höchste Zeit“, gesetzgeberisch zu reagieren – dies wolle man nun der breiten Öffentlichkeit klar machen.

Auch KBV-Vorständin Sibylle Steiner warnte, dass sich die Rahmenbedingungen entscheidend verändern müssten, wenn die Niederlassung auch für die nachfolgende Generation weiterhin eine erstrebenswerte berufliche Option bleiben solle. „Noch“ leisteten die Praxen die von den Bürgern gewünschte wohnortnahe Versorgung mit persönlicher Bindung, ohne ein Gegensteuern der Politik sei diese Nähe in Gefahr.

Deutschlandweit werden mit dem heutigen Kampagnenstart Plakate sowie Print- und digitale Anzeigen zu sehen sein. Zudem werden laut KBV TV-Spots auf unterschiedlichen Kanälen sowie Anzeigen in den sozialen Netzwerken geschaltet, um eine möglichst breite Öffentlichkeit zu erreichen.

aha

Diskutieren Sie mit:

Diskutieren Sie mit

Werden Sie Teil der Community des Deutschen Ärzteblattes und tauschen Sie sich mit unseren Autoren und anderen Lesern aus. Unser Kommentarbereich ist ausschließlich Ärztinnen und Ärzten vorbehalten.

Anmelden und Kommentar schreiben
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien. Der Kommentarbereich wird von uns moderiert.

Es gibt noch keine Kommentare zu diesem Artikel.

Newsletter-Anmeldung

Informieren Sie sich täglich (montags bis freitags) per E-Mail über das aktuelle Geschehen aus der Gesundheitspolitik und der Medizin. Bestellen Sie den kostenfreien Newsletter des Deutschen Ärzteblattes.

Immer auf dem Laufenden sein, ohne Informationen hinterherzurennen: Newsletter Tagesaktuelle Nachrichten

Zur Anmeldung