Krankenkassen wollen Kosten für PCR-Tests weiter drücken

Berlin – Die Krankenkassen wollen die Preise für die PCR-Tests auf SARS-CoV-2 perspektivisch weiter senken. „Wir haben die Absicht, den Preis weiter zu senken“, erklärte Stefanie Stoff-Ahnis, Vorstandsmitglied des GKV-Spitzenverbandes, heute in einer virtuellen Sitzung des GKV-Verwaltungsrates.
In der Sitzung legte sie detailliert dar, wie die Kostenerstattung zu den Tests in den Verhandlungen mit den Krankenhäusern sowie mit den Vertragsärzten zustande gekommen seien. Aus ihrer Sicht seien die Verhandlungen mit den Krankenhäusern schwierig gewesen, da eine Einzelleistung wie die Testkosten im komplexen System der diagnosebezogenen Fallpauschalen (DRG) eher unüblich seien.
Seit dem 16. Juni werden den Krankenhäusern 52,50 Euro pro Test erstattet, außerhalb der DRG. In der ersten Phase der Verhandlungen hatte die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) dem GKV-Spitzenverband vorgeworfen, die Krankenkassen wollten nur acht Euro pro Test zahlen.
Diese Kassen-Forderung bestätigte Stoff-Ahnis gegenüber dem Verwaltungsrat nun – mit der Begründung, dass die Preise weiter sinken müssten, da Labore seit Anfang des Jahres neue Testverfahren und ihre Abläufe anpassen konnten. Außerdem setzt die GKV nun auf Poolingmethoden beim Testen. „Allerdings ist die Forschung hier noch nicht so weit und das Verfahren noch nicht in der Praxis erprobt.“
Sobald die Methoden gesicherter seien, bei denen aus einzelnen Gruppen von Menschen nicht alle Personen getestet werden können, dann müssten sich die Preise noch einmal verändern. „Wenn wir valide Erfahrungen haben, dann wollen wir den Preis im Sinne der Solidargemeinschaft absenken“, so Stoff-Ahnis.
Auch aus den Verhandlungen mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) berichtete Stoff-Ahnis. Hier habe sich die Vertreter der Vertragsärzteschaft „ungewöhnlich unflexibel und unkooperativ gezeigt“.
In den Verhandlungen hatte sich die GKV gemeinsam mit den Stimmen der unparteiischen Mitglieder im Erweiterten Bewertungsausschuss durchgesetzt und einen Preis für die Tests von 39,40 Euro festgelegt.
Die KBV sowie auch die Laborärzte kritisierten diese Entscheidung in den vergangenen Tagen heftig. Noch sei aber offen, ob das Bundesgesundheitsministerium den Beschluss beanstande.
KBV-Chef Andreas Gassen hatte nach dem Beschluss erklärt, dass sich der „Wind auf der Kassenseite gedreht“ habe. „Bis vor kurzem haben sie mit uns gemeinsam konstruktive Lösungen im Sinne einer guten Versorgung der Patienten erarbeitet. Nun treten sie wieder in ihrer alten Rolle als Pfennigfuchser auf.“
Grundsätzlich sei die GKV für die Ausweitung der PCR-Tests, um die Pandemie zu bewältigen, betonte GKV-SV-Vorstandsmitglied Stoff-Ahnis.
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