Marburger Bund fordert 12,5 Prozent mehr Gehalt für Ärzte an Unikliniken

Berlin – Der Marburger Bund (MB) will in den anstehenden Tarifverhandlungen für die Ärzte an Universitätskliniken ein Plus von 12,5 Prozent beim Gehalt und eine grundsätzliche Neugestaltung der Schichtarbeit erreichen.
„Die Ärztinnen und Ärzte an den Universitätskliniken haben eine Dreifachbelastung zu schultern“, sagte der zweite MB-Vorsitzende Andreas Botzlar. Sie behandelten schwerkranke Patienten mit den Mitteln hochspezialisierter Medizin, sie betrieben Forschung in ihren jeweiligen Fachgebieten und sie bildeten im Rahmen der universitären Lehre angehende Kollegen aus.
Botzlar warnte, ohne ein deutliches Gehaltsplus an den Unikliniken werde die Tätigkeit dort unattraktiv. Dann „drohen erhebliche Engpässe in der universitätsmedizinischen Versorgung und der Wegfall ärztlicher Weiterbildung in den Uniklinika“, betonte er.
Das gilt laut MB umso mehr, weil die Gehälter an anderen Häusern höher seien. „Die Standarte der Spitzenmedizin in der einen Hand und die rote Laterne der Gehälter in der anderen Hand passt schlecht zusammen. Wir wollen erreichen, dass die Arbeit an den Universitätsklinika auch für erfahrene Ärztinnen und Ärzte zukünftig attraktiv bleibt“, sagte Botzlar.
Einen zweiten Schwerpunkt will die Ärztegewerkschaft bei den Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) auf die Schichtarbeit legen: Der MB kritisiert dabei einen Trend, immer mehr reguläre Klinikarbeit in die Randzeiten des Tages und auf die Wochenenden zu verlegen – diese Entwicklung müsse gestoppt werden. „Aus diesem Grund fordern wir die Anhebung der Zuschläge für Arbeit in der Nacht, an Wochenenden und Feiertagen sowie für Überstunden“, so der MB-Vize.
Außerdem geht es der Ärztegewerkschaft darum, die Regelungen zur Schicht- und Wechselschichtarbeit grundsätzlich neu zu gestalten und dabei „auf ein verträgliches Maß“ zu beschränken. Der Arbeitgeber habe zudem die Aufgabe, Dienste frühzeitig und rechtskonform zu planen, sagte Botzlar weiter.
Die Verhandlungen zwischen dem MB und der TdL sollen in den kommenden Wochen starten. Der Tarifvertrag (TV-Ärzte) betrifft mehr als 20.000 Ärztinnen und Ärzte in bundesweit 23 Universitätsklinika.
Auf eine Reihe von Unikliniken findet der TV-Ärzte keine Anwendung, weil dort andere Tarifverträge gelten. Dazu gehören Berlin, Hamburg und Hessen. Außerdem gelten für die Unikliniken in Dresden und Mainz sogenannte Haustarifverträge. Diese werden von den entsprechenden Landesverbänden des MB verhandelt.
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