Ärzteschaft

Politik sollte ärztliche Weiterbildung finanziell unterstützen

  • Donnerstag, 9. Mai 2024
/Rido, stock.adobe.com
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Nürnberg/Berlin – Chirurgische und anästhesiologische Fachgesellschaften und Berufsverbände haben Bundesgesundheits­minister Karl Lauterbach (SPD) aufgerufen, im Rahmen der anstehenden Reformen die Finanzierung der ärztlichen Weiterbi­ldung zu sichern.

An einem entsprechenden Schreiben an den Minister beteiligt haben sich der Berufsverband Deutscher Anästhesistinnen und Anästhesisten (BDA), die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI), der Berufsverband Deutscher Chirurgen (BDC) und die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH).

„Einarbeitung, Supervision sowie die notwendige Durchführung von zeitaufwändigen Qualifizierungsmaßnahmen führen neben dem bereits heute vorhandenen Fachkräftemangel in Weiterbildungskliniken selbst bei numerischer Vollbesetzung permanent zu einer de facto Unterbesetzung im ärztlichen Bereich“, umreißen die Verbände die augenblickliche Situation in einem Brief an den Minister.

Künftig werde zudem insbesondere die geplante Ambulantisierung die Rahmenbedingungen für die ärztliche Weiterbildung beeinflussen. Die Verbände verlangen daher eine angemessene finanzielle Unterstützung für die Weiterbildung in klinischen und ambulanten Einrichtungen. Besonders wichtig sei, dass die Kosten transparent und trägerunabhängig refinanziert und den Einrichtungen zugewiesen würden, in denen die Weiterbildung tatsächlich stattfinde.

Laut den Verbänden sollte das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) die Kosten für die ärztliche Weiterbildung in einem ersten Schritt in den Kalkulationskrankenhäusern für die Fallpauschalen erheben. Künftig sollte die geplante Vorhal­tevergütung für Krankenhäuser um einen Zuschlag ergänzt werden, der nach Anzahl der Weiterbildungsstellen gestaffelt sei und nur Kliniken zugutekomme, die Facharztweiterbildungen anböten.

Außerdem sei entscheidend, auch ambulante Eingriffe bei Weiterbildung einzubeziehen. „Unsere Vorschläge legen den Grund­stein für eine zukunftsfähige ärztliche Weiterbildung und schaffen damit die finanzielle Basis für die Ausbildung kommender Ärztinnen und Ärzte“, betonte die Präsidentin des BDA, Grietje Beck.

Die Vereinigung der Deutschen ästhetisch-plastischen Chirurgen (VDÄPC) betont in diesem Zusammenhang die Bedeutung von sektorenübergreifenden Weiterbildungsverbünden aus Kliniken und Praxen für die Sicherung der ärztlichen Weiterbildung.

„Eine wichtige Voraussetzung dazu sind neben rechtssicheren Arbeitsverträgen, einheitlichen Gehältern an den verschiedenen Stationen der Weiterbildung und eine dauerhafte Berufshaftpflicht auch ganz allgemein eine größere Transparenz über die Angebote der Verbünde – etwa darüber, welche Stationen sie für den Verlauf der Weiterbildung vorsehen“, sagte Sixtus Allert aus dem Vorstand der Vereinigung. Notwendig ist laut der Vereinigung außerdem eine vereinfachte und transparente Vergabe von Weiterbildungsbefugnissen durch die Ärztekammern.

hil

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