Ärzteschaft

Tarifeinigung: 7,4 Prozent mehr Gehalt für Medizinische Fachangestellte

  • Dienstag, 20. Februar 2024
/picture alliance, Christoph Soeder
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Berlin – Nach Ablauf der Erklärungsfrist steht das Ergebnis der Tarifverhandlung für Medizinische Fachange­stellte (MFA) fest: Die Gehälter steigen über alle Tarifgruppen zum 1. März 2024 im Schnitt um 7,4 Prozent.

Die prozentu­alen Zuwächse variieren je nach Berufsjahr und Tätigkeitsgruppe. Die höchste prozentuale Er­höhung verzeichnen die Berufseinsteigerinnen mit rund 22 Prozent, die niedrigste Steigerung gibt es ab dem 29. Berufsjahr in Tarifgruppe (TG) VI mit knapp 2,5 Prozent, wie der Verband medizinischer Fachberufe (vmf) mitteilte.

In absoluten Zahlen erhalten Berufseinsteiger (1.-4. Berufsjahr) in der Tätigkeitsgruppe I künftig 2.700 Euro (bisher 2.206,98 Euro). Berufseinsteiger in der Tätigkeitsgruppe VI (1.-4. Berufsjahr) bekommen 3.834 Euro (bisher 3.200,12 Euro). Ab dem 29. Berufsjahr erhält eine Fachkraft in der Tätigkeitsgruppe I ab März 3.200 Euro (bisher 3.058,01 Euro). In der Tätigkeitsgruppe VI steigt das Ent­gelt auf 4.544 Euro (bisher 4.434,13 Euro).

Die Tarifparteien, der Verband medizinischer Fachberufe und die Arbeitsgemeinschaft zur Regelung der Ar­beitsbedingungen der Arzthelferinnen/Medizinischen Fachangestellten (AAA), hatten sich am 8. Februar in Berlin in der vierten Runde geeinigt, zunächst aber noch keine Details verlautbart.

Diese wurden heute mitgeteilt. Demnach erhöhen sich ab dem 1. März 2024 neben den Gehältern auch die Ausbildungsvergütungen: Und zwar im ersten Ausbildungsjahr von bisher 920 auf 965 Euro, im zweiten Aus­bildungsjahr von 995 auf 1.045 Euro und im dritten von 1.075 auf 1.130 Euro.

Darüber hinaus wurde eine einmalige Inflationsausgleichsprämie für Auszubildende und vollzeitbeschäftigte Medizinische Fachangestellte in Höhe von 500 Euro vereinbart. Bei Teilzeitbeschäftigten richtet sich die Höhe der Prämie nach der vertraglich vereinbarten Arbeitszeit. Die Laufzeit des Tarifvertrages beträgt zehn Monate.

Die große Steigerung für die Berufsanfängerinnen war aus Sicht des Verbands medizinischer Fachberufe not­wendig, um den Lohnabstand zum Mindestlohn zu vergrößern und die Differenz zu den Einstiegsgehältern vergleichbarer Berufe zu verringern.

„Gestärkt durch mehr als 1.000 Medizinische Fachangestellte bei den Kundgebungen und weitere Tausend, die sich an dem bundesweiten Warnstreik beteiligt haben, sind wir in die vierte Tarifrunde gegangen. Beide Seiten mussten sich bewegen, um einen tragfähigen Kompromiss zu finden“, erklärte vmf-Präsi­dentin Hanne­lore König.

Sie betonte, bei den nächsten Tarifverhandlungen sollten – neben fairen und höheren Gehältern für alle MFA – auch die langjährigen MFA im Mittelpunkt stehen. Denn bei einer Verlängerung der Lebensarbeitszeit sei es dringend notwendig, weitere Berufsjahrstufen einzuführen, so König.

Erik Bodendieck, Vorsitzender der AAA, betonte, mit dem Tarifabschluss verringere man den Gehaltsabstand zu Pflegefachkräften – dies könne dazu beitragen, nicht noch mehr Beschäftigte an andere Branchen zu verlie­ren.

Entscheidend sei nun, dass eine vollumfängliche und zeitnahe Gegenfinanzierung der Tarifsteigerungen um­ge­setzt wird. Nur so könne dem Fachkräftemangel im niedergelassenen Bereich entgegengewirkt und medizi­nisches Fachpersonal gehalten werden.

Beide Tarifparteien sehen zudem die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) und die Politik in der Pflicht. Ge­sundheitsfürsorge sei Daseinsfürsorge und dafür müsse der Staat eintreten. Daher seien vor dem Hintergrund steigender Ausgaben auch aktuelle Forderungen von Kostenträgern sachgerecht, von politischer Seite nachhaltige Lösungen zur Stabilisierung der GKV-Finanzen anzugehen.

aha/may

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