Vermischtes

So gelingen mehr ambulante Operationen im Krankenhaus

  • Montag, 25. Mai 2026
/dmdartworx, stock.adobe.com
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Berlin – Um die neuen Anforderungen der voranschreitenden Ambulantisierung im Krankenhaus besser zu bewältigen, braucht es Anpassungen im Arbeitsablauf. Das erklärten Diego Padilla Galvez, Facharzt für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin, und Peter Berlin, Geschäftsführer der Elisabeth-Krankenhaus Essen GmbH & Katholische Kliniken Ruhrhalbinsel gGmbH, vergangene Woche bei einer Veranstaltung der Deutschen Ärzte- und Apothekerbank (Apobank).

Hintergrund sind die deutlich angestiegenen Fälle, die nicht mehr stationär, sondern auch als sogenannte Hybrid-DRG ambulant am Krankenhaus erbracht werden können. Diese Hybrid-Fallpauschalen sind eine spezielle sektorengleiche Vergütung für Eingriffe und Operationen, die bislang überwiegend stationär erfolgten. Diese Fallpauschalen werden unabhängig davon gezahlt, ob der Eingriff ambulant oder stationär stattfindet.

„Effizientes ambulantes Operieren funktioniert nur in eigenen AOP-Strukturen“, lautet die Erfahrung von Padilla Galvez, der Krankenhäuser beim Aufbau von ambulanten operativen Einheiten berät. Dafür brauche es etwa eine kluge Patientensteuerung, die auch auf kurzfristige Änderungen reagieren könne. Weiter werden konkrete Absprachen innerhalb der verschiedenen Personalgruppen benötigt, damit Abläufe gut funktionierten.

Zudem dürfe die Entscheidung, ob jemand ambulant oder stationär operiert werde, nicht am OP-Tag erfolgen, sondern müsse vorher entschieden werden, empfiehlt Padilla Galvez. Sollte ein Patient aus medizinischen Gründen jedoch nicht am gleichen Tag nachhause entlassen werden können, brauche man aber die Flexibilität, ihn auch stationär aufnehmen zu können.

Gute Ablaufpläne und hohe Standardisierung

Zentral seien ihm zufolge eine gute Slotplanung, ein sinnvoller Ablaufplan sowie ein hoher Standardisierungsgrad der Operationen. Mit Slotplanung meint Padilla Galvez, wie die Kliniken die OP-Säle an die verschiedenen Fachabteilungen vergeben. Im besten Fall erhalte ein Fachgebiet die Räumlichkeiten für den ganzen Tag, denn jegliche Aufteilung der Slots bedeute Effizienzverlust. Die Wechsel der Fachabteilungen benötigten Zeit, zudem werde es stressig, wenn etwa ein Fachgebiet überziehe, erläuterte er.

Ablaufplanung bedeutet, wie die jeweiligen OPs geplant werden, also welche Operationen in welcher Reihenfolge in welchem OP-Saal stattfinden. Auch hier seien Effizienzgewinne durch kluge Planung möglich. Gleiches gelte für die Standardisierung von Operationen. Diesbezüglich könne man beispielsweise durch die vorherige Vorbereitung des Materials Zeit zwischen den Operationen einsparen. „Prozessgestaltung ist das A und O“, erklärte der Arzt.

Darüber hinaus sei auch Teambuilding zentral, um die Planung und Durchführung der OPs mit interprofessionellen Teams zu optimieren, so Padilla Galvez. Verschiedene Professionen, von der OTA über den Anästhesiepfleger zu den Operateurinnen, müssten über Grenzen hinweg arbeiten und sich als Team fühlen können.

Der Klinikgeschäftsführer Peter Berlin empfiehlt zudem die Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten. Daraus würden sich hohe Lerneffekte ergeben, erklärte er.

Andere Wege- und Raumplanung

Auch räumlich werden mit dem Aufbau eines ambulanten OP-Zentrums andere Aspekte wichtig. Die Raum- und Wegeplanung bei ambulanten OPs sei ganz andere als bei stationären, erklärte Padilla Galvez. So müssten sich Kliniken überlegen, wo sich Patienten nach der Anmeldung für die OP auskleiden und wie sie entsprechend vorbereitet werden.

„Wenn man ambulante OP-Räume falsch konzipiert, gibt es Nadelöhre“, so Padilla Galvez. Wenn etwa an einer Stelle viele Patientinnen und Patienten warten müssten, könne es passieren auch den OP stoppen zu müssen. Häufig sind Umkleiden solch ein Nadelöhr, berichtet Padilla Galvez.

Weiter könne man Zeit bei der Vorbereitung des Patienten sparen, wenn sie sich im Vorbereitungsraum direkt auf einen mobilen OP-Tisch legen würden und bereits dort an benötigte Geräte angeschlossen würden. „Die Patienten werden dann nur noch in den OP gefahren.“ Das spare pro OP etwa zehn bis 15 Minuten Zeit ein, so Padilla Galvez.

Auch Umkleiden fürs Personal sowie die Ent- und Versorgungsstruktur müssten von Anfang an bei der Einrichtung eines ambulanten OP-Zentrums mitgedacht werden, erklärte der Anästhesist weiter. Und: Vor Ort müsse auch immer eine Person sein, die sich gut damit auskenne, über welchen Bereich die Leistung abgerechnet werde (AOP-Katalog, Hybrid-DRG, EBM-Katalog).

Einige Tools würden zudem Abläufe effektiver machen, ergänzte Berlin. So seien mobile Patientenschränke nützlich, die vom Vorbereitungsraum zum Aufwachraum gefahren werden könnten. Auch hätten die Patientinnen und Patienten ihre persönlichen Sachen wieder direkt verfügbar und könnten sich dort umziehen. Im St. Josef Krankenhaus in Kupferdreh in Essen kämen zudem mobile OP-Tische zum Einsatz, erklärte Berlin.

cmk

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