Vertragsärzte pochen erneut auf Entbürokratisierung der ambulanten Versorgung

Berlin – Bis Ende September will Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) Vorschläge zum Bürokratieabbau im Gesundheitswesen vorlegen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat heute erneut auf eine ganze Reihe eigener Vorschläge aufmerksam gemacht.
Angesichts der demografischen Entwicklung im Land sei es höchste Zeit, die Praxen von „Bürokratieballast“ zu befreien, sagte Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV. „Die Arztzeit ist jetzt schon knapp“, und dieses Problem werde sich weiter zuspitzen, prophezeite er. Hinzu komme, dass die hohe Bürokratielast den ärztlichen Nachwuchs von einer Niederlassung abschrecke.
Hofmeister betonte, er erwarte vom Bundesgesundheitsminister, dass er „jetzt handelt“. Mit Blick auf das von der Bundesregierung angekündigte Bürokratieabbaugesetz habe die KBV dem Ministerium bereits Anfang August ein Papier mit neun konkreten Vorschlägen übergeben, wie der bürokratische Aufwand in den Praxen reduziert werden könne.
Ein großes Einsparpotenzial sieht die KBV bei Krankschreibungen, einer vollständigen Digitalisierung der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU). Auch könne der Konsiliarbericht bei Überweisung zur Psychotherapie entfallen. Die KBV schlägt darin außerdem vor, Anfragen von Kassen und anderen Stellen zu reduzieren sowie die Regularien für Videosprechstunden zu vereinfachen.
Ihre Vorschläge zur Entbürokratisierung hatte die KBV zusammen mit Ärzten und Psychotherapeuten erarbeitet. Eingeflossen seien ebenso Hinweise der Kassenärztlichen Vereinigungen sowie Ergebnisse des Praxisbarometers Digitalisierung, einer jährlichen Befragung von Ärzten und Psychotherapeuten, hieß es.
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