Vertragsärzte warnen vor Verschlechterung der Versorgung

Berlin – Mehrere Kassenärztliche Vereinigungen (KVen) haben auch heute im Rahmen der Kampagne „#PraxenKollaps“ gegen die Rahmenbediungen in der ambulanten Medizin protestiert.
Am vergangenen Freitag hatten sich Vertreter der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), von KVen und Verbänden in Berlin getroffen. Sie stellten einen Forderungskatalog samt Lösungsvorschlägen vor und forderten Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) auf, dazu spätestens bis zum 13. September Stellung zu nehmen.
Dies unterstützt auch die KV Brandenburg. „Die ambulante Versorgung darf nicht kaputtgespart werden! Wenn die Politik jetzt nicht handelt, wird es notgedrungen zu spürbaren Einschnitten in der ambulanten Versorgung kommen. Das muss unbedingt verhindert werden“, sagte die KV-Vorstandsvorsitzende Catrin Steiniger heute.
Die KV Thüringen betonte, die bislang gedeckelte Vergütung ärztlicher Leistungen müsse entbudgetiert werden. Insbesondere im fachärztlichen Bereich sorge das Budget dafür, dass viele erbrachte Leistungen nicht bezahlten würden.
„Das zwingt uns dazu, Leistungen zu begrenzen. Demgegenüber steht jedoch das unbegrenzte Leistungsversprechen der Politik. Damit muss Schluss sein“, sagte die KV-Vorsitzende Annette Rommel.
Der Vorstandsvorsitzende der KV Berlin, Burkhard Ruppert, betonte, die KV rechne künftig mit noch längeren Wartezeiten auf Behandlungstermine über alle Fachgruppen hinweg. „Diese Situation wird sich weiter verschärfen, wenn die Politik nicht unverzüglich den Schalter umlegt und die Rahmenbedingungen für die Praxen verbessert“, betonte er.
„Die Alterspyramide steht auf dem Kopf. Und dieser Pyramideneffekt ist in einem Beruf besonders dramatisch, der sich um eine Bevölkerung kümmern muss, die gleichzeitig immer älter und multimorbider wird“, ergänzte die stellvertretende KV-Vorstandsvorsitzende Christiane Wessel.
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