Politik

Gesundheitsministerkonferenz spricht sich für mehr Prävention aus

  • Montag, 29. Juni 2026
/Garun Studios, stock.adobe.com
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Hannover – Die Überarbeitung des Präventionsgesetzes, eine mögliche Einrichtung eines Bundesfonds und ein stärkerer Fokus auf Kinder und Jugendliche. Das sind einige Vorschläge, die die Landesgesundheitsministerinnen und -minister kürzlich auf der 99. Gesundheitsministerkonferenz (GMK) gefasst haben.

Die GMK fand bereits am 10. und 11. Juni in Hannover statt, allerdings werden die geeinten Beschlüsse erst einige Tage danach veröffentlicht. Hintergrund ist, dass die Länder diese im Nachgang nochmal untereinander abstimmen und Formulierungen anpassen.

Neben Prävention standen viele weitere Themen, darunter Primärversorgung, Krisenresilienz, Öffentlicher Gesundheitsdienst (ÖGD) und die Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) auf der Agenda.

Die Länder rufen den Bund nun dazu auf, das Präventionsgesetz weiterzuentwickeln, eine nationale Gesamtstrategie für Gesundheitsförderung und Prävention zu erstellen, dafür notwendige Strukturen klar definieren und die Umsetzung entsprechend finanziell zu sichern.

Zudem wird das Bundesgesundheitsministerium (BMG) gebeten, zu prüfen, ob die Aktivitäten im Bereich Gesundheitsförderung und Prävention nach Möglichkeit durch bestehende Strukturen oder die Einrichtung eines „Bundesfonds für Gesundheit und Prävention“ unterstützt werden könnten.

„Dieser könnte durch zweckgebundene Abgaben auf zugesetzten Zucker, Tabakwaren und Spirituosen finanziert werden“, so der Vorschlag der Länder. Als Zielsetzung sollte eine Förderung langfristiger Ansätze verfolgt werden, die niedrigschwellig für die Bürger zugänglich seien. Vor allem vulnerable Gruppen müssten in den Blick genommen werden.

Gesundheits-Nudges und Zuckersteuer vorantreiben

Weiter sollen künftig gesundheitsförderliche Lebenswelten für Kinder und Jugendliche geschaffen werden. Hier sei das Thema Ernährung und dazugehörige Gesundheitskompetenzen zentral, heißt es in einem weiteren Beschluss.

Darüber hinaus brauche es präventive Maßnahmen, wie die Weiterentwicklung bestehender Nudges, etwa durch den Nutri-Score aber auch die Einführung weiterer Gesundheits-Nudges (Wasser als Standardbeilage in Restaurants), betonen die Länder.

Zudem sollten eine mögliche Zuckersteuer geprüft werden und Maßnahmen zur Förderung gesunder Lebensmittel und Getränke, insbesondere frisches Obst und Gemüse gefördert werden. Werbung für zuckergesüßte Lebensmittel, die sich an Kinder richten, sollten künftig eingeschränkt werden. Und: Die GMK setzt sich dafür ein, dass die Forschung und Entwicklung zur Reformulierung von Lebensmitteln mit weniger Zucker gefördert werden sollten.

Mund- und Zahngesundheit verbessern

Weiter soll die Mund- und Zahngesundheit von Kindern gestärkt werden, heißt es in einem Beschluss. Diese soll durch alltagsintegrierte, strukturierte Prävention in Kindertageseinrichtungen und Schulen, insbesondere durch tägliches Zähneputzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta verbessert werden. Die GMK ruft den Bund auf, zu prüfen, wie Mundgesundheit vor allem mit Blick auf soziale Ungleichheiten in nationale Präventionsstrategien und -ansätze besser umgesetzt werden könnte.

Zudem müsse die Diabetes Typ 1-Früherkennung bei Kindern verbessert werden, ist sich die GMK einig. Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit sollte entsprechend eine Aufklärungsmaßnahme zu den Symptomen einer beginnenden Diabetes-Erkrankung im Kindesalter durchführen.

Auch die Frauengesundheit nahm die GMK in den Blick. Auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit von Frauen müsste ein besonderer Augenmerk gelegt werden, betonten die Ministerinnen und Minister. Frauen hätten im Symptom- und Verlaufsbild oft abweichende Symptome als Männer und würden deshalb häufig unterschätzt und zu spät behandelt.

„Die Länder sind sich einig, dass hierzu verstärkt Kenntnisse vermittelt werden müssen und dass evidentes, zielgruppengerecht aufbereitetes Informationsmaterial bereitgestellt werden muss“, heißt es in einem angenommenen Beschluss.

Vor allem brauche es für eine wirksame Prävention und Versorgung weitere Maßnahmen zum Beispiel entsprechende Forschung, die Risikofaktoren systematisch geschlechtsspezifisch erfasse und den „Gender Health Gap“ schließe.

Darauf aufbauend werden gezielte Aus- und Fortbildungen des medizinischen Personals, gendersensible Früherkennung durch die stärkere Beachtung der geschlechtsspezifischen Risikofaktoren und der damit verbundenen besseren evidenzbasierten Versorgungsqualität durch angepasste Vorsorgeuntersuchungen und Leitlinien benötigt. 

cmk

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