Grünenspitze erarbeitet Vorschlag für Homöopathiekompromiss

Berlin – Die Grünen-Spitze hat einen Kompromissvorschlag zum parteiinternen Streit um die Finanzierung der Homöopathie durch die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) erarbeitet und will darüber beim Bundesparteitag abstimmen lassen.
Grünen-intern gab es monatelang Streit darüber, ob die Krankenkassen die Kosten für homöopathische Mittel übernehmen sollen. Die Debatte sei „weitestgehend gelöst“, hatte Habeck nun gestern in der ARD angekündigt.
Der Vorschlag sieht demnach nun vor, dass Krankenkassen homöopathische Mittel über einen Wahltarif bezahlen können. Diesen Sondertarif müssen Versicherte gesondert abschließen und somit extra bezahlen. So gebe es ein „Solidarsystem innerhalb der Homöopathie-Medikamenten-Liebhaber“, aber die Allgemeinheit zahle nicht dafür, sagte Habeck.
Eine Grünen-Sprecherin teilte mit, der Vorschlag sei unter Federführung von Parteichef Habeck erarbeitet und dem Bundesvorstand im Juli vorgelegt worden. Der Vorstandsbeschluss solle „nach abschließenden Beratungen in einigen Wochen gefasst werden“.
Grünen-Chefin Annalena Baerbock erklärte heute, das Papier sei auch mit anderen zentralen Beteiligten, etwa Gesundheitspolitikern, erarbeitet worden. Beim Parteitag in Karlsruhe von 20. bis 22. November solle es vorgelegt werden.
Die Krankenkassen dürfen derzeit Homöopathie als Satzungsleistung anbieten. Bundesärztekammer (BÄK) und Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) haben sich mehrfach für ein Ende der Homöopathie als Satzungsleistung der Krankenkassen ausgesprochen.
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