Hilfe für sterbenskranke Patienten hat sich verbessert
Berlin – Sterbenskranke Patienten wurden nach Angaben von Gesundheitsexperten in den vergangenen Jahren in Deutschland deutlich besser versorgt als bisher. Wie aus Berichten des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) hervorgeht, konnten bis Ende 2015 insgesamt 280 Verträge zur Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV) zwischen den Leistungsanbietern abgeschlossen werden. 2010 waren es noch 136 Verträge.
Der Bundestagsgesundheitsausschuss befasste sich heute mit den Berichten. Die Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium, Annette Widmann-Mauz (CDU), sagte dazu, zwar seien weitere Verbesserungen in der Versorgung erforderlich, es gebe aber „keine Anhaltspunkte für flächenmäßige Problemfälle“. An der Palliativversorgung beteiligt sind Ärzte, Pflegedienste, Krankenhäuser und Hospize. Im November 2015 hatte der Bundestag das Gesetz zur Reform der Hospiz- und Palliativversorgung verabschiedet, um sterbenskranke Menschen besser und individueller betreuen zu können.
Den Berichten für 2015 zufolge ist eine vollständige vertragliche Abdeckung der SAPV noch nicht in allen Bundesländern erreicht worden. Als Grund wird der Mangel an qualifizierten Fachkräften angegeben. Zugleich vergrößerte sich jedoch die Zahl der Ärzte mit einer Weiterbildung in Palliativmedizin.
Als Sonderfall gilt die Palliativversorgung schwer kranker Kinder und Jugendlicher. Junge Leute müssten im Vergleich zu Erwachsenen „sehr individuell und spezialisiert“ versorgt werden, heißt es im Bericht des GKV-Spitzenverbandes. Daher sei die vertragliche Ausgestaltung grundsätzlich schwierig. In ländlichen Regionen mangele es an Fachkräften mit spezialisiertem Wissen und Erfahrung bei der Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit seltenen Erkrankungen und Krankheitsverläufen.
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